Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Themen rund um den hohen Wert der Ehe, Singel-Dasein und Sexualität.

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Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon Seelenheil » Donnerstag 9. Oktober 2014, 13:05

Hallo,

es geht um einen "Bekannten", er hat täglich mit einer verheirateten Frau Kontakt. Beide sind gläubig. Es waren wohl auch schon mal Gefühle vorhanden, die sie aber wieder im Keim erstickt haben.

Wie es wirklich in ihrem Herzen aussieht kann ich nicht sagen. Natürlich hat es auch ihren Mann gestört, dass sie so viel miteinander kontaktet haben. Was ich gut nachvollziehen kann. Dann haben sie den Kontakt reduziert. Der Bekannte sagt, dass für ihn Liebe eine Entscheidung ist und bei ihr hat er sich dagegen entschieden.

Er sagt, dass er ihr helfen will im Glauben und sie nicht umher irren lassen möchte. Ihr Mann scheint sich nicht so die Zeit für sie zu nehmen und glaubt jedem Prediger mehr als der Bibel bzw. er überprüft es nicht usw.

Wenn ich ihm sage, dass er mit dem Feuer spielt, nimmt er es nicht ernst und fühlt sich verletzt, weil ich ihm durch meine Reaktion kein Vertrauen entgegen bringe. Er hängt natürlich sehr an dieser "Freundschaft" das merke ich schon. Er ist sich wiegesagt absolut sicher, dass er nur Freundschaft empfindet und Liebe für ihn eine Entscheidung ist.

Sie telefonieren täglich, sie reden nicht ausschließlich nur über die Bibel sondern auch noch über andere Dinge. Vielleicht unterschätzt er das ganze, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall geht es für mich über Freundschaft hinaus, wenn man wirklich jeden Tag miteinander redet oder?
Seelenheil
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon angelika » Freitag 10. Oktober 2014, 12:25

Lieber/s Seelenheil,

ich kann jetzt nur von mir persönlich erzählen, aber ob es so auch bei Deinem Bekannten ist, musst Du dann wohl oder übel selbst rausfinden.
Also, man muss vorausschicken, mein Mann glaubt nicht an Gott, geschweige denn, an so einen Käse wie die Bibel.
Ich hatte in unserer früheren Wohnung, einen Nachbarn, der auch sehr gläubig war, und ich unterhielt mich mit ihm oft Stunden, (oft ganz gemütlich im Hausgang!!!), wir verstanden uns prächtig, es war fast kein Tag dabei, wo wir uns nicht austauschten, ganz ehrlich, ich liebte unsere Gespräche, und er füllte in mir die Glaubensseite.
Das ist die Seite, die mein Mann, niemals in unserer Ehe, befriedigen könnte.
Am Anfang war mein Mann auch sehr skeptisch, aber später, sagte er oft, soll ich euch nicht besser, eine Hausbank in den Flur stellen, dass ihr gemütlicher reden könnt???
Mein Mann verstand einfach, dass es wichtig ist für mich, und er spürte auch, dass ich ausgeglichener war, weil mir der Glaube, so wichtig ist, was er nicht verstehen kann.

Ich habe meinen Mann einfach erklärt, dass er der einzige Mann ist, mit dem ich mein Leben leben möchte, weil er so ist, wie er ist, und da ist es für mich egal, ob er der ungläubige Thomas ist.

Auch durch das, dass mein Nachbar ja sehr gläubig war, war ich immer tabu für ihn, wir hätten beide nie darüber auch nur nachgedacht, dass da was anderes sein könnte, ausser Freundschaft, und warum sollte eine Mann/Frau Freundschaft nicht auch funktionieren, wenn alles geklärt ist??? Bei mir jedenfalls hat es gut geklappt, mir fehlt oft mein Nachbar und unser alter Hausflur....

Weisst Du, ich glaube zu einer wirklichen Ehe, gehören neben der Liebe, vorallem Vertrauen und Respekt, und wenn das die Eheleute untereinander haben, warum sollten dann, die beiden nicht telefonieren, und sich austauschen, vorallem heute, wo es schwer ist, Menschen zu finden, die Dir in deinen Glaubenangelegenheiten, in punkto Bibel ect. zuhören, bzw. die dich ernst nehmen.

Seelenheil, beobachte einfach die Sache, und wenn Dir was nicht koscher vorkommt, so ermahne ihn, ist er wirklicher Christ, wird er schon seine Finger, dort lassen, wo sie hingehören.

Alles Liebe Angelika
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon luwy » Montag 13. Oktober 2014, 10:38

Angelika, ich finde schön, daß das bei Dir und Deinem Mann so gut klappt.

Wenn ich aber Deine Geschichte und die, die Seelenheil erzählt, vergleiche, dann finde ich einen wesentlichen Unterschied: Bei Dir und Deinem Nachbarn waren nie "Gefühle" im Spiel, bei dem von Seelenheil geschilderten Paar jedoch schon.

Bevor ich jetzt mehr sage: Ich urteile nicht. Ich kenne die Details der Situation nicht. Ich möchte nur Prinzipien aufzeigen.

Ich kenne ein Ehepaar, wo die Frau einen homosexuellen Freund hat. Dieser homosexuelle Freund war nie heterosexuell. Er ist so offensichtlich schwul, daß es weh tut, wenn ihr versteht, was ich meine.

Mit diesem Freund geht die Frau regelmäßig Party machen. Mit diesem Freund geht sie ins Kino. Mit ihrem Mann nicht. Diesem Freund bäckt sie, und er schreibt dann auf Facebook, "Du bist ein Engel. Laß Dich scheiden, ich werd hetero, und dann heiraten wir!". Mit ihm chattet sie, während sie mit ihrem Mann zuhause eine Episode einer Serie anschaut. Und wenn er anruft, kann es schon mal sein, daß sie ihn mit "Servus Schatzi" begrüßt.

Und sie wundert sich, wieso ihr dummer Mann "eifersüchtig" reagiert. Ihr Freund ist ja schwul! Da kann ja gar nichts laufen!

Aber die Frage ist nicht, ob es zu sexuellen Handlungen zwischen den beiden kommt, sondern ob sie ihrem Mann in Gedanken, in Emotionen, in ihrem täglichen Handeln und körperlich treu ist.

Die Frage ist nicht, ob sexuelle Liebe da ist, oder nicht. Die Frage ist, ob die Treue zum eigenen Partner gewährleistet ist, oder nicht.

Bei uns Mormonen heißt es dazu in einer Heiligen Schrift, die wir zusätzlich zur Bibel haben:

"Du sollst deine Frau mit deinem ganzen Herzen lieben und sollst an ihr festhalten und an niemandem und nichts sonst."

Natürlich steht dies nicht über dem Gebot, Gott zu lieben mit ganzem Herzen, ganzen Sinn, aller Kraft und aller Macht. Aber abgesehen von Gott darf mir als Verheiratetem nichts und niemand wichtiger sein, als mein Partner. Nicht der Glaubensbruder, nicht mein Amt im Bibelkreis, nicht mein Auto, mein Computer, meine Internetgruppe und so weiter. Nichts und niemand.

Und auch wenn es sehr wichtig ist, Familie, Freunde und Gemeinde zu haben, muß doch ganz klar sein, welcher Mensch unter allen Menschen die erste und oberste Stelle in meinem Leben hat. Absolute Treue.
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon angelika » Montag 13. Oktober 2014, 21:21

Hallo Luwy,

bei Deinem Glauben, ist vieles anders, einsteils finde ich es ja toll, wenn der Ehepartner über allem steht, aber ganz ehrlich, ist das nicht sehr einengend?
Ich stelle mir gerade vor, ich bin wieder mal in meiner kreativen Phase, und will meine Ruhe, und dann käme mein Mann ständig angelaufen, und meint, kümmere dich um mich, ich gehe vor....also, wir hätten echt Zoff, wir sind beide sehr gerne zusammen, und machen auch viel zusammen, aber wir brauchen auch Abstand, um klar zu kommen.

Also, da bin ich froh, dass wir auch gut Abstand halten können, ohne dass sich einer benachteiligt fühlt, und trotzdem wissen wir sehr genau, wie wir zueinander stehen.
Und glaube mir, wir hatten schon heftige Krisen, schon allein vom Denken her, mein Mann ist locker flockig und ich sehr gläubig, da prallen oft mal Welten aneinander, aber irgendwie wollte Gott immer, dass wir zusammen bleiben.
Vor ein paar Jahren, meinte mein Mann, er muss wieder zu seiner Ex zurück, Luwy, es war für mich die Hölle, für ihn nun ja, alles blöd gelaufen, das passiert hald, Hauptsache wir verstehen uns weiterhin, wegen der Kinder.
Ich war so fertig, und da half mir so sehr, mein besagter Nachbar, er hörte mir immer zu, in meinen Kummer, aber er gab mir auch soviel Hoffnung, er sagte stets, bete, bete und bitte, dass eure Ehe erhalten bleibt.
So betete mein Nachbar und ich, und tatsächlich nach ca. 2 Wochen Kampf und vielem beten, gab die Ex plötzlich auf, obwohl sie meinen Mann eigentlich, unbedingt wieder haben wollte, und alles dran setzte, dass er uns verlassen solle.

Ich konnte ihm verzeihen, da ich ihn vom Herzen liebe, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Die Beziehung zwischen Deiner Bekannten und den Homosexuellen, ist ja der absolute Hammer, ich habe wirklich Mitleid mit dem Ehemann, da sollte man echt darüber nachdenken, wo das enden soll, vorallem für ihn, er ist doch nur noch der Wauwi für sie, so würde ich es beurteilen, vielleicht sollte er mal ein wenig Gas geben, bevor sie restlos den Respekt vor ihm verliert. Nur mal so nachgedacht....

Luwy, das Leben ist leider kein Wunschkonzert, aber zumindest in der Ehe, sollten die Wünsche beiderseits respektiert werden, aber oft ist das schon zuviel verlangt.....

Schönen Abend Luwy
Angelika
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon luwy » Dienstag 14. Oktober 2014, 13:21

Liebe Angelika,
>bei Deinem Glauben, ist vieles anders, einsteils finde ich es ja toll, wenn der Ehepartner über allem steht, aber ganz
>ehrlich, ist das nicht sehr einengend?
>Ich stelle mir gerade vor, ich bin wieder mal in meiner kreativen Phase, und will meine Ruhe, und dann käme mein Mann
>ständig angelaufen, und meint, kümmere dich um mich, ich gehe vor....also, wir hätten echt Zoff, wir sind beide sehr
>gerne zusammen, und machen auch viel zusammen, aber wir brauchen auch Abstand, um klar zu kommen.

Mißverständnis. Daß ich an nichts als an meiner Frau festhalte, heißt nicht, daß wir nicht Zeit getrennt voneinander haben, es heißt nicht, daß ich jederzeit für jedes Wehwehchen von ihr da bin (oder umgekehrt). Nein, einengend ist da nichts.

Aber laß es mich anders sagen. Gestern waren wir im Imker-Kurs, und der begeisterte Vortragende meinte: "Vor ein paar Jahren sagte meine Frau: 'Die Bienen oder ich!' und ich habe geantwortet: 'Die Bienen!'" So etwas kann, darf und will ich nie sagen.

Ich liebe meine Kinder, ich liebe meine Hobbies, ich liebe meine Berufung in der Kirche, und ich verwende auch viel Zeit dafür. Aber meine Loyalität gehört nicht meinen Hobbies, auch nicht der Berufung in der Kirche. Meine Loyalität gehört zuerst Gott und dann meiner Frau, und genau so wenig, wie ich irgendwas zwischen Gott und mich kommen lasse, genau so wenig lasse ich irgendwas zwischen meine Frau und mich kommen.


Das heißt nicht, daß meine Frau nicht Tanzkurse ohne mich besucht (sie ist begeistert für Orientalischen Tanz und Irish Dance und das seit Jahren), das heißt nicht, daß sie beim Roten Kreuz nicht auch Nachtdienste ohne mich macht, das heißt nicht, daß sie zu sportlichen Veranstaltungen mit muß, an denen ich teilnehme oder daß wir 24/12 aufeinander picken. Aber zu keinem Zeitpunkt darf es Zweifel daran geben, wofür wir uns entscheiden, wenn einer von uns sagt: "Ich oder X".

Wenn ich abends nicht um 18:00 zuhause bin sondern um 23:00 oder später, dann macht sich meine Frau vielleicht Sorgen, dass mir was passiert ist, aber niemals, daß da eine andere Frau im Spiel ware.

Wenn meine Frau im Nachtdienst im selber Zimmer schläft wie ihr Sani-Kollege, dann mach ich mir Sorgen, ob sie schlecht schläft, falls der Kerl schnarcht, aber niemals über irgendwas anderes.

Weil wir aneinander festhalten und an sonst nichts und niemand.
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon Elisa » Mittwoch 25. März 2015, 21:09

Wenn sich in der Freundschaft schon Gefühle mal entwickelt haben ist das ein Spiel mit den Feuer.
Also ich wäre gegen so eine Freundschaft hätte ich ein kerl der mal Gefühle für eine verheiratete Frau hätte und mit
Ihr tagtäglich Kontakt hätte würde ich das total unnormal finden.
Ich kann dein Bekannten nicht verstehen,das er sich nicht verletzt fühlt von seiner Frau wundert mich.
Vielleicht liebt er sie auch nicht.... desinteresse ist auch keine Liebe.
Naja hoffe wird alles gut:) weil sonst gibts zwei Scheidungen.
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Re: Bekannter hat Kontakt mit einer verheirateten Frau

Beitragvon patek » Donnerstag 26. März 2015, 19:50

Nicht umsonst sagt Gott, dass wir kein Joch mit Ungläubigen ziehen sollen . Oder: was hat das Licht gemeinsam mit der Finsternis?

2Kor 6,14 Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?

Es ist in keinem Fall richtig, wenn ein Parnter (oder sogar beide) eine(-n) sog. Busenfreund (-in) anderen Geschlächts nebenher hat. Diese Aktivitäten sollen zuhause, zwischen den Parnter alleine abgehalten werden. Solche "Busenfreundschaft" führt immer zu Konfklikten, selbst, wenn sie nur in der Seele entstehen.

Im Ausganspost wird gesagt, der betroffene Mann hat sich dann bewußt gegen diese "Freundin" entschieden. Hallooo! Er hat sich doch schon ein mal für seine Frau entschieden. Wieso kommt er irgendwann wieder an eine Kreuzung, wo er sich das 2. Mal für einen Parnter entscheiden muss? Es ist auch nicht richtig zu sagen, wenn man es zuhause nicht hat, kann man sich das woanders holen. So sieht keine christliche Ehe aus. Jesus heilt Herz uns Heim. Er kann die 2 so erfüllen, dass ihnen das Leben nicht reichen würde - WENN es auch beide glauben und wollen.
Eine innige Freundschaft mit anderem Geschlecht einzugehen, obwohl man einen Partner zuhause hat, ist immer ein Spiel mit dem Feuer und ein versengen bleibt nie aus.
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