Wie geht man mit Versuchungen um?

Themen rund um den hohen Wert der Ehe, Singel-Dasein und Sexualität.

Moderator: Hellmut

Wie geht man mit Versuchungen um?

Beitragvon kulturschnepfe » Montag 25. Februar 2008, 00:53

Ich habe ein Problem, daß ich gerne hier im Forum zur Diskussion stellen würde.

Die Frage, die mich bewegt ist, wie gehe ich als Christ mit Versuchungen um? Ich meine damit - deshalb habe ich das Thema auch in den Forumsbereich "Ehe & Familie" gestellt - Versuchungen im zwischenmenschlichen Bereich.

Sicher kennen viele Menschen, die eine langjährige Partnerschaft führen, die Situation, daß sich in der eigenen Ehe z. T. eine gewisse Routine im täglichen Leben entwickelt hat. Man versteht sich, man vertraut sich, man liebt sich auch sehr und würde die Partnerschaft um nichts in der Welt aufgeben wollen. Dann erscheint plötzlich in irgendeiner alltäglichen Situation ein anderer Mensch auf der Bildfläche (z. B. bei einem Fest, auf das man eingeladen ist, im Beruf, usw.), der einen interessiert und auch fasziniert. Man spürt ein Gefühl - mehr als es normal ist.
Natürlich will man dies nicht, man will die eigene Ehe ja nicht gefährden.

Wie geht man aus christlicher Sicht und Lebensweise mit einem solchen Problem um?
Wie kann ich - abgesehen davon, diesem anderen Menschen, der Gefühle in mir auslöst, aus dem Weg zu gehen - dem begegnen?
Wie schaffe ich es, diesen anderen Menschen aus meinen Gedanken und Gefühlen zu entfernen?
Was sagt die Bibel dazu? Gibt es dort Hilfestellungen?
Passiert Christen so etwas in ihren Ehen genauso oder trifft das nur Ehen von Menschen, die nicht fest im christlichen Glauben verankert sind?

Ich hoffe, diese Fragen bzw. das Thema sind hier nicht fehl am Platz oder stoßen Menschen nicht vor den Kopf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich nützliche und hilfreiche Antworten bekommen würde.

Liebe Grüße und vielen Dank im voraus für Eure Beiträge,

Anja (kulturschnepfe)
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Beitragvon Ralph » Montag 25. Februar 2008, 01:28

Liebe Anja,

Auch liebe Grüße zurück und weiteren Gottes Segen für Dich.

In Liebe Ralph
Verbunden in Jesus Christus
Wag es mit Jesus,ER macht uns frei.Wo JESUS ist,ist Herrlichkeit...
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Beitragvon Silas » Montag 25. Februar 2008, 02:11

Hallo!
Hätte dir nicht geantwortet, wenn du nicht in deinem letzten Satz geschrieben hättest, dass du dich über hilfreiche Antworten freust.

Ich bin selbst erst 20 und bin nicht verheiratet. Aber in meiner "2. Familie" (kenne diese Freunde seit 15Jahren) haben wir öfter Gespräche über den Glauben, die Bibel und was Gott von uns will.

Der Vater kam auf das Thema Heirat und erzählte uns wie er seine angebetete Frau heiratete und überglücklich war, weil sie beide Jesus kenn und ihn als Priorität in ihrem Leben setzen. Dann sagte er, dass ihn zwei Tage nach ihrer Heirat komische Gedanken kamen, die ihn fragten, ob er diese Frau denn überhaupt wirklich liebe und ob sie es wert sei. Diese Gedanken machten ihn nach einer Weile so wütend, dass er schrie "Hau ab Satan, du hast kein Recht in diese Ehe einzugreifen und die unglücklich zu machen, die Gott segnet und zusammen hält." Was mich am meisten beeindruckte war, mit welcher Hingabe er das erzählte und ich sah in seinen Augen, was für einen Kampf er damals gehabt haben musste. Dann sagte er, dass Jesus ihn vollkommen rein und frei in diesem Punkt machte und er seine Frau noch mehr liebt als vorher. Es verchweiste die beiden mit Jesus so viel mehr!

Gott heilt, Gott wirbt um dein Herz, Gott sieht wer du bist, wie du bist, sieht deinen heiligen Bund der Ehe, sieht deine Prioritäten.

Alles was ich dazu gewissenhaft sagen kann ist, dass Jesus die Kraft hat, dich von so etwas zu lösen und du dir in deinem Kopf klar machen kannst, dass dein Mann für dich bestimmt ist und Jesus in dieser Beziehung steckt. Was mir in meiner Beziehung immer hilft ist, dass ich mit meiner Freundin über solche Dinge rede. Sie soll wissen, welchen Versuchungen ich als Mann ausgesetzt bin, was mich zu Fall bringt. Was soll ich mit Jesus über meine Probleme in der Beziehung reden, verschweige meinem Partner dann aber alles und versuche es heimlich zu lösen.

Natürlich gibt es kein bewehrtes Heilmittel, das man einfach so anwendet und alles ist wieder gut. Der Einzige, der alles sieht und über dich und deine Partnerschaft wacht, ist Jesus und er tut dies gerne. Stell ihm die richtigen Fragen, danke ihm, für das was er dir jeden Tag gibt...

Soweit, Silas
☆Lebendiger Christ
God's My Life And My Salvation, of whom shall I be afraid?
☆Dear God! I just want to be like my Daddy when I get big but not with so much hair all over - Sam -
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Beitragvon Christusträger » Montag 25. Februar 2008, 04:43

Liebe ANja, Ihr Lieben,

doch es gibt ein Allheilmittel - das dürft Ihr nie vergessen: Beten!
Sobald ein Problem auftaucht, dass Ihr erkannt habt: Beten.

Ich schäme mich nicht dafür, das mit dem Beten immer wieder zu bringen, weil es wahr ist.

... "Und führe uns nicht in Vesuchung" .. wird dann ... "Laß mich der Versuchung nicht erliegen". Der Herr wird Dir dann die richtigenn Gedanken schenken. Vertraue und glaube nur...

In Liebe
Christof
1.Petr 5,5 Denn "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade"
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Beitragvon Suchender » Montag 25. Februar 2008, 17:08

Liebe Anja,

die Versuchungen, von denen Du redest kennen wir alle. Unser ganzes Leben lang werden wir versucht. Und vielfach erliegen wir auch diesen Versuchungen. Auch Christen sind davor nicht gefeit, ich kenne sogar einen Pfarrer, der dieser Versuchung, von der Du sprichst, erlegen ist. Es ist immer leicht, gute Ratschläge zu geben – es ist aber nicht so leicht, diesen Versuchungen zu widerstehen, wenn sie einen selbst betreffen. Ich kann Dir hier sagen, wie ich mit Versuchungen umgehe aber dass das ein Allheilmittel ist, will ich nicht behaupten.
Es kommt zuerst darauf an, die Versuchung als solche zu erkennen. Im Erkennen haben wir Christen anderen Menschen etwas voraus. Ich glaube, dass wir mit Versuchungen anders umgehen können als z.B. Menschen, die von sich behaupten: „Ich habe mich eben verliebt und dagegen kann man halt nichts machen“. Diese Ansicht ist falsch, denn wovon hier gesprochen wird, ist keine Liebe sondern nur Versuchung. Und man kann wohl etwas gegen solche Versuchungen tun, nämlich beten. Die Stelle, die Christof zitierte stammt von Jesus selbst. Auch er wurde versucht und auch er hat gebetet. Je inniger und tiefer wir im Gebet mit Gott verbunden sind, desto stärker wird die Kraft, die Gott uns schenkt, Versuchungen zu widerstehen. Denn wer weiß, wessen Kind diese Versuchungen sind, der weiß auch, wer sie besiegen kann. Ich hoffe, dass unser Glaube immer so stark sein mag, den Versuchungen des Lebens zu widerstehen.

Liebe Grüße
Joachim
Es ist immer fragwürdig, anderen das Denken zu überlassen.
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Re: Wie geht man mit Versuchungen um?

Beitragvon Anders » Dienstag 26. Februar 2008, 23:25

kulturschnepfe hat geschrieben:Ich habe ein Problem, daß ich gerne hier im Forum zur Diskussion stellen würde.

Die Frage, die mich bewegt ist, wie gehe ich als Christ mit Versuchungen um? Ich meine damit - deshalb habe ich das Thema auch in den Forumsbereich "Ehe & Familie" gestellt - Versuchungen im zwischenmenschlichen Bereich.

Sicher kennen viele Menschen, die eine langjährige Partnerschaft führen, die Situation, daß sich in der eigenen Ehe z. T. eine gewisse Routine im täglichen Leben entwickelt hat. Man versteht sich, man vertraut sich, man liebt sich auch sehr und würde die Partnerschaft um nichts in der Welt aufgeben wollen. Dann erscheint plötzlich in irgendeiner alltäglichen Situation ein anderer Mensch auf der Bildfläche (z. B. bei einem Fest, auf das man eingeladen ist, im Beruf, usw.), der einen interessiert und auch fasziniert. Man spürt ein Gefühl - mehr als es normal ist.
Natürlich will man dies nicht, man will die eigene Ehe ja nicht gefährden.

Wie geht man aus christlicher Sicht und Lebensweise mit einem solchen Problem um?
Wie kann ich - abgesehen davon, diesem anderen Menschen, der Gefühle in mir auslöst, aus dem Weg zu gehen - dem begegnen?
Wie schaffe ich es, diesen anderen Menschen aus meinen Gedanken und Gefühlen zu entfernen?
Was sagt die Bibel dazu? Gibt es dort Hilfestellungen?
Passiert Christen so etwas in ihren Ehen genauso oder trifft das nur Ehen von Menschen, die nicht fest im christlichen Glauben verankert sind?

Ich hoffe, diese Fragen bzw. das Thema sind hier nicht fehl am Platz oder stoßen Menschen nicht vor den Kopf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich nützliche und hilfreiche Antworten bekommen würde.

Liebe Grüße und vielen Dank im voraus für Eure Beiträge,

Anja (kulturschnepfe)


Hallo Anja,

gute Frage. Danke dafür.

Ich weiß ja nicht, ob es sich um Deine Ehe handelt, was aber in der Sache nicht so wichtig ist, weil sich diese Situation in vielen Ehe recht ähnlich wiederholt. Ich gebe mal der Einfachheit halber davon aus, dass es Dich betrifft.

Zunächst mal hatte ich Deinem ersten Beitrag entnommen, dass Du ja keine Christin bist, aber Du dem christlichen Glauben nahe stehst und mehr darüber wissen willst.

Demzufolge frage ich zunächst, was denn Dein Mann für einen Glauben hat.
Dies ist wichtig, um festzustellen, welchen Status eure Ehe in Bezug zu den Bibelaussagen hat.

Alles, was hier gesagt wurde, halte ich für durchaus richtig. Doch steckt in Deiner Frage mehr drin.

Eine christliche Ehe ist von der Zielsetzung ganz anders als eine weltliche, die lediglich im Standesamt geschlossen wurde.

Dass jeder Mensch Versuchungen ausgesetzt ist, ist völlig klar. Wir als Christen haben nun andere "Instrumente", um den Versuchungen zu begegnen, speziell dann bei solch kritischen Situationen.
Seid herzlich gegrüßt von
Anders
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Beitragvon kulturschnepfe » Mittwoch 27. Februar 2008, 00:13

Lieber Anders,

vielen Dank für Deine Antwort zu dem von mir initiierten Thema.

Um Deine Fragen zu beantworten, gibt es folgendes zu sagen:

Mein Mann und ich gehören beide keiner Gemeinde an. Wir wurden als Kinder getauft, gingen in den Religionsunterricht und konfirmierten. Dies alles geschah jedoch nicht aus eigener Überzeugung, sondern mehr aus Tradition und weil es "eben so dazugehörte" oder die Familie es wollte.

Als Erwachsene traten wir dann beide (unabhängig voneinander, da wir uns noch nicht kannten) aus der ev.-lutherischen Kirchengemeinde aus, da wir keinen Bezug zum Glauben hatten.

Bei mir ist in den letzten Jahren (ich lebte damals noch in meiner ersten Ehe, die sehr problematisch war, die mich psychisch stark belastete und aus der ich kein Entrinnen sah) der starke Wunsch aufgetreten, zu Gott zu finden. Mir gibt es sehr viel Kraft, in der Bibel zu lesen und ich bin von der Allmacht Gottes überzeugt. Ich habe also kein grundsätzliches "Glaubensproblem" bzw. ich stelle die Bibel nicht in Frage. Ich weiß jedoch nicht, wie ich eine persönliche Beziehung zu Gott finden kann, aber ich wünsche es mir sehr.

Mein Mann selbst ist nicht gläubig. Er findet zwar die zehn Gebote und vieles von dem, was Jesus gesagt und selbst auch gelebt hat, gut und er selbst lebt im wesentlichen auch danach, ohne jedoch an Gott zu glauben. Er zweifelt an dem Wahrheitsgehalt vieler Dinge, die in der Bibel stehen, hält Jesus für einen reinen Propheten und glaubt an naturwissenschaftliche Erkenntnisse (ist also ein Anhänger der "Urknall-Theorie" und des Darwinismus). Er selbst glaubt, daß alle Religionen von Menschen geschaffen wurden, die damit versuchten, sich Phänomene zu erklären, die unerklärbar sind (z. B. was kommt nach dem Tod).

Soviel zu unserer Situation.

Viele Grüße
Anja
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Beitragvon Suchender » Donnerstag 28. Februar 2008, 21:45

Liebe Anja,

offensichtlich hast Du zwei Probleme: Du suchst die Nähe zu Gott und Du wirst versucht. Wenn Du In Gottes Nähe bist, dann kannst Du auch mit Versuchungen besser umgehen als andere Menschen. Gottlose Menschen stehen Versuchungen meist hilflos gegenüber.
Doch nun zu Deiner ersten Frage: Wie findet man die Nähe zu Gott? Hier gibt es keinen allgemeingültigen Weg liebe Anja. Du hast ja schon bemerkt, dass Taufe und Konfirmation allein nicht ausreichen. Aber sie haben zumindest dazu beigetragen, dass Dir das Thema nicht völlig fremd ist. Die Beziehung zu Gott kannst Du mit einer Beziehung zu einem Menschen vergleichen. Wenn Du auf ihn zugehst, dann wirst Du allerdings bei Gott nur Liebe spüren. Gott kann in Dein Herz sehen und er wird denjenigen, der zu ihm kommt, nicht zurückweisen. Viele hier im Forum könnten Dir sicherlich ganz persönliche Geschichten dieser Beziehung schildern aber richtig verstehen wirst Du es erst, wenn Du selbst diese Beziehung eingehst. Diese Beziehung darf ruhig sehr persönlich sein. Sie bedarf nicht dem Beitritt zu einer Kirche – sie kann im Stillen bestehen. Ähnlich wie in einer Liebesbeziehung, wird sich die Beziehung zu Gott entwickeln und sie wird in Dir Kräfte freisetzen, von denen Du jetzt glaubst, dass Du sie nie besitzen kannst.
Liebe Anja, ich habe immer Menschen bewundert, die mit Versuchungen umgehen konnten oder ihnen widerstanden. Heute weiß ich, dass diese Kraft aus der Beziehung zu Gott kommt. Nicht ich habe diese Kraft sondern Gott verleiht sie mir in dem Moment, wo ich sie brauche. Wenn auch Du diese Kraft spüren willst, dann geh auf Gott zu – ganz persönlich für Dich allein. Du brauchst dazu keine Hilfe sondern nur Deinen eigenen Willen. Alles andere ergibt sich von selbst aus dieser Beziehung. Du wirst staunen, was diese Beziehung alles ermöglichen kann.

Liebe Grüße
Joachim
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Re: Wie geht man mit Versuchungen um?

Beitragvon Anders » Freitag 29. Februar 2008, 13:39

kulturschnepfe hat geschrieben:Ich habe ein Problem, daß ich gerne hier im Forum zur Diskussion stellen würde.

Die Frage, die mich bewegt ist, wie gehe ich als Christ mit Versuchungen um? Ich meine damit - deshalb habe ich das Thema auch in den Forumsbereich "Ehe & Familie" gestellt - Versuchungen im zwischenmenschlichen Bereich.

Sicher kennen viele Menschen, die eine langjährige Partnerschaft führen, die Situation, daß sich in der eigenen Ehe z. T. eine gewisse Routine im täglichen Leben entwickelt hat. Man versteht sich, man vertraut sich, man liebt sich auch sehr und würde die Partnerschaft um nichts in der Welt aufgeben wollen. Dann erscheint plötzlich in irgendeiner alltäglichen Situation ein anderer Mensch auf der Bildfläche (z. B. bei einem Fest, auf das man eingeladen ist, im Beruf, usw.), der einen interessiert und auch fasziniert. Man spürt ein Gefühl - mehr als es normal ist.
Natürlich will man dies nicht, man will die eigene Ehe ja nicht gefährden.

Wie geht man aus christlicher Sicht und Lebensweise mit einem solchen Problem um?
Wie kann ich - abgesehen davon, diesem anderen Menschen, der Gefühle in mir auslöst, aus dem Weg zu gehen - dem begegnen?
Wie schaffe ich es, diesen anderen Menschen aus meinen Gedanken und Gefühlen zu entfernen?
Was sagt die Bibel dazu? Gibt es dort Hilfestellungen?
Passiert Christen so etwas in ihren Ehen genauso oder trifft das nur Ehen von Menschen, die nicht fest im christlichen Glauben verankert sind?

Ich hoffe, diese Fragen bzw. das Thema sind hier nicht fehl am Platz oder stoßen Menschen nicht vor den Kopf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich nützliche und hilfreiche Antworten bekommen würde.

Liebe Grüße und vielen Dank im voraus für Eure Beiträge,

Anja (kulturschnepfe)


Hi Anja,
o.k. ich kenne jetzt in etwa Deine Situation.
Hier ein paar Erläuterungen.

Im christlichen Glauben und Denken gilt die einmal geschlossene Ehe als unauflösbar.
Die Unauflösbarkeit ergibt sich hieraus:

Mt 19,6
So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

Ein Christ hat demnach einen anderen Bezug/eine andere Einstellung zur Ehe als ein Nichtgläubiger.
Folglich geht er mit Versuchungen anders um.
Von dieser Basis ausgehend entstehen die Begriffe Treue und Untreue, Vertrauen und Misstrauen.
"Ein Fleisch sein" bedeutet eben etwas anderes als:
Zwei Leute schließen auf dem Standesamt einen Vertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ab, den sie bei Scheidung wieder aufheben.

Ein Fleisch sein bedeutet eben: Das Paar ist ein neuer Organismus. Sie sind nicht mehr 2, sondern 1 (eins=Einheit). Sie sind nicht gespalten, sondern verbunden.
Folglich darf sich in diese Verbundenheit nichts mehr einmischen.

Wir müssen also unterscheiden:
Was ist bezogen auf Gott eine Ehe? => Die „Einheit 1“ mit dem EGO=> WIR und einem gemeinsamen Willen. In der zentralen Mitte steht der Wille Gottes, der zum Willen des WIR wird. Das eine Fleisch will, was Gott will.
Was ist eine Ehe ohne Gott? => nach wie vor die Zweiheit 2 mit zwei EGOS und zwei unterschiedlichen Willensspektren.

Du siehst hier schon, dass es zwei ganz verschiedene Betrachtungsebenen gibt.

In der zwei liegt immer ein Streitpotential. (Dualismus)
Ich habe es schon erlebt, dass sich ein weltliches Paar nach dem Bau eines Eigenheims derart zerstritten hatte, dass sie sich anschließend scheiden ließen. :-(
Sie waren im Streit, also keine Einheit und hatten das Haus in die Mitte ihrer Beziehung gestellt.

In christlichen Ehen passiert das ganz genau so, wenn sich die Partner nicht wirklich auf Mt 19,6 beziehen.....und auch keine Einheit im Geiste bilden.

Bei Versuchungen aller Art haben wir es stets damit zu tun, dass ein böser Geist die Beziehung zu Gott stören will. Und ein solcher Geist will auch die Beziehung von Menschen stören, die durchaus in einer Harmonie sind.
Ein solcher Geist flüstert Dir ein:
Schau mal der da: Ist der nicht schöner als Dein Mann? Hat der nicht schönere Augen, eine schönere Stimme? Ist der nicht erfolgreicher? Mit dem hättest Du doch ein viel besseres Leben ? Es gibt 1000 Variationen solcher Einflüsterungen.

Als Christ weiß ich aus Erfahrung haargenau, womit ich es da zu tun habe.
Übrigens gibt es ja so schöne Volksmärchen wie: Ein Mann müsse erst mal Erfahrungen sammeln, bevor er in die Ehe geht. Das ist ein heimtückischer, satanischer Trick.
Denn ein Mann, der mit drei verschiedenen Mädels in die Kiste steigt und dann eine vierte Frau heiratet, der hat schon 3x die Ehe als solche gebrochen.

So, da hast Du was zum Nachgrübeln.

p.s. Ich hatte auch einen längeren thematischen Aufsatz verfasst, den ich allerdings nicht unbedingt hier ins Forum setzen will. Der beschäftigt sich mit Grundfragen von Beziehungen christlich/nicht christlich, Mischehen, Scheinehen etc. und eben mit Deiner Thematik. Ich schreibe solche Texte hauptsächlich für Menschen, die ich persönlich kenne.
Da meine PN außer Funktion ist, verschicke ich nur konkret per e-mail.
Seid herzlich gegrüßt von
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Beitragvon Suchender » Freitag 29. Februar 2008, 13:49

Hallo Anders,

Dein Aufsatz wäre. So denke ich, vielleicht doch von Interesse, jedenfalls wenn er nicht so lang ist. Das was Du im vorigen geschrieben hast, ist ja auch gut.

Liebe Grüße
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Beitragvon Anders » Freitag 29. Februar 2008, 14:20

Suchender hat geschrieben:Hallo Anders,

Dein Aufsatz wäre. So denke ich, vielleicht doch von Interesse, jedenfalls wenn er nicht so lang ist. Das was Du im vorigen geschrieben hast, ist ja auch gut.

Liebe Grüße
Joachim


Lieber Joachim,
aus persönlichen Erwägungen heraus, setze ich ausführliche, recht umfangreiche Texte nicht mehr hier ins Forum.
Näheres kann ich dazu nicht mitteilen, da meine PN-Funktion nicht verfügbar ist.
Seid herzlich gegrüßt von
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