Heidentum löst Gottesglaube ab!

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Moderator: Hellmut

Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon luwy » Donnerstag 26. Dezember 2013, 22:29

Christusträger hat geschrieben:Liebe Angelika,

die von Dir zitierte Stelle handelt von der zweiten Auferstehung der Ungläubigen. Die werden nach ihren Werken gerichtet. Ein Gläubiger kommt nicht ins Gericht, sondern sein Glaube allein hat ihn gerettet.

In Liebe
Christof


Lieber Christof,

das (dass das Jüngste Gericht nicht für die Gläubigen sondern nur für die Ungläubigen ist) ist die Standard-Auslegung auf protestantischer Seite. Ich finde jedoch, sie wird der Schrift - wie ich sie verstehe - nicht gerecht.

Der Ursprung dieser Idee ist wohl in Joh 3:18 zu suchen:

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; [..]


Der Charme der protestantischen Auslegung liegt darin, daß man den Glauben allein verantwortlich machen kann, die Taten werden eliminiert, ohne das Jüngste Gericht mit all den Schriftstellen, die auf Werke hinweisen, aus dem christlichen Glauben werfen zu müssen.

Das Problem ist jedoch, daß Christus hier nicht aufhört zu reden, sondern sagt:

[..] wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.


Müßte man annehmen, daß Jesus hier vom Jüngsten Gericht redet, dann würde das aber bedeuten, daß dieses gar nicht stattfindet! Denn die Gläubigen werden nicht gerichtet (oder "kommen nicht ins Gericht", wie es in einer anderen Übersetzung heißt), und die Ungläubigen brauchen auch kein Gericht mehr, denn sie sind bereits gerichtet.

Erinnere Dich an den ewig langen Yeolden-Vortrag, den Patek gepostet hat. Da macht sich der Sprecher lustig darüber, daß die Anhänger des unsterblichen Geistes des Menschen glauben, daß die Schlechten in die Hölle gestopft werden (sie sind also schon gerichtet!), dann holt man sie da raus zur Auferstehung, dann kommen sie vor das Jüngste Gericht, werden nochmal gerichtet und leiden dann in Ewigkeit.

Um wie viel sinnloser ist es, wenn wir also nach Jesu Worten Menschen, die schon gerichtet sind (und die Schrift kann nicht gebrochen werden), nochmal vor Gericht schleppt?

Weiters gibt uns Jesus ja das Bild von den Schafen und den Böcken, einem Gerichtsurteil, in dem den Schafen gesagt wird: "Ihr habt dies und jenes für mich getan, kommt her zu mir." Und zu den Böcken wird gesagt: "Ihr habt zwar in meinem Namen prophezeit und Wunder getan und wart völlig überzeugt, richtig zu glauben, aber das, worauf es wirklich ankommt, das habt ihr nicht getan. Ich kenne euch nicht, ihr Übertreter des Gesetzes". Die Schafe und die Böcke stehen gleichzeitig vor dem Richter! Das ist das Jüngste Gericht. Aber die Schafe haben einen Beistand, nämlich den Heiligen Geist, und sie haben einen Fürsprecher. Die Böcke haben das nicht. Deswegen hat das Sühnopfer wegen des Glaubens der Schafe bewirkt, daß ihre Sünden ausgelöscht sind, und durch den Heiligen Geist, der in ihnen gewirkt hat und in dem sie gehandelt haben, haben sie den Siegespreis errungen, die himmlische Berufung, die Gott denen gibt, die Ihn lieben. Das bedeutet, sie werden nach ihren guten Taten gerichtet.

Für die Böcke jedoch bleibt die Erkenntnis ihrer Schuld, ohne Fürsprecher, ohne Beistand. Daher werden sie nach ihren schlechten Taten gerichtet.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon angelika » Donnerstag 26. Dezember 2013, 22:47

Liebe Sola, lieber Christoph, lieber Luwy,

ich denke Euch vom ganzen Herzen, für Eure Worte, Worte, die ich verstanden habe.
Ich bin froh, dass ich wieder das Gefühl habe, nicht völlig verblödet zu sein.
Ich habe leider Patek`s Worte nicht wirklich verstanden, obwohl es mir lieber gewesen
wäre, aber man muss vielleicht doch nicht alles verstehen.
Ich werde auf alle Fälle weiter so leben wie bisher, weil es sind soviele Menschen um mich,
die sich freuen mich zu sehen, auch wenn ich evtl. dumm sterbe?
Was soll`s, ich bin froh, gute verständliche Antworten von Euch, erhalten zu haben.

D A N K E
Liebe Grüße an Euch Angelika
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon luwy » Donnerstag 26. Dezember 2013, 22:55

patek hat geschrieben:
Angelika schrieb:
Weisst Du Patek, ich glaube vieles, aber nicht, dass ich verloren gehe, weil am Schluss wird nach den guten Werken gerichtet, da habe ich ja dann doch was vorzuweisen, das macht für mich auch Sinn, vielleicht darf ich ja während der


Vielleicht kann dir zum Beispiel Christusträger oder jemand anderer erklären, dass man sich den Himmel nicht mit guten Werken kaufen kann........ und dass keiner von uns Gott etwas vorweisen KANN.

lg


Ick wees et nich. Ich finde dieses Zentraldogma der Protestanten einen ziemlichen Streit um des Kaisers Bart, der sich ziemlich verselbständigt hat. Lass mich erklären.

Als Paulus schrieb, da war das Judentum noch gespaltet, und die wichtigsten Fraktionen waren die Sadduzzäer und die Pharisäer.

Die S. glaubten nicht an Auferstehung. Damit war für sie das Befolgen des Gesetzes eine Frage des Volksheils. Wenn man wie in alter Zeit die Besatzungsmacht heimjagen wollte, dann mußte man das Gesetz in jedem Buchstaben befolgen, denn nur dadurch würde man zeigen, daß Israel Gott als seinen einzigen König annahm, und dann würde Er Israels Schlachten schlagen und die Römer in die Pfanne hauen.

Die P. glaubten an Auferstehung. Das buchstäbliche Halten der Gebote war wesentlich, um die Schechina, die Einwohung Gottes zu haben, damit das Volk rein sei und bereit für den Messias. Von dem wurde auch erwartet, daß er die Römer heimläutete, aber darüber hinaus, daß er das endzeitliche Gottesreich errichten würde, inklusive Auferstehung der Toten. Wer also den Glauben an die Auferstehung und das Gottvertrauen nicht hatte, dem konnte alles Halten der Gebote auch nichts nutzen.

Beiden war aber gemeinsam, daß die Opfer, besonders der Sündenbock, einerseits aufzeigten, daß sie das Gebot niemals vollständig halten konnten, andererseits befreite es sie von dieser Schuld. Gott hatte ihrer Meinung nach eine Möglichkeit geschaffen, auch nach dem Nichthalten der Gebote nicht total verdammenswürdig zu sein.

Nach der Zerstörung des Tempels wurde alles Judentum im Wesentlichen pharisäisch. Und dieses Judentum mußte sich aus der Spannung mit dem Christentum definieren.

Paulus sagte immer wieder, daß das Halten des Gesetzes nicht selig macht. Gleichzeitig sagte er aber auch, daß das bewußte Sündigen verdammen würde. Radikalpharisäisch formulierte er, daß wir durch Glauben an Christus zu guten Menschen gemacht werden sollten. Und guten Menschen muß man nicht sagen: "Du sollst nicht stehlen, morden oder ehebrechen". Und der gute Mensch braucht auch das Ritualgesetz nicht, denn er liebt Gott auch ohne ständige Erinnerung von außen; er erinnert sich ständig selbst.

Viele Jahrhunderte später gab es einen neuen Streit. Die katholische Kirche brauchte Geld für den x. Kreuzzug, und so ließ man sich einfallen, daß es Menschen gäbe, sogenannte Heilige, die mehr taten, als für ihr eigenes Seelenheil erforderlich sei. Ihre Gebete und ihre guten Werke könnte die Kirche verkaufen. Und so könnte jemand, der Geld hat, sich die guten Werke anderer kaufen, um selbst erlöst zu werden. Und als gute Werke definierte man:

Fasten und Beten
Gottesdienstbesuch
Pilgerfahrt

Möglichkeiten, sich solche Werke zu kaufen waren:

Spenden für die Kirche, damit Mönche, Nonnen und Heilige fasten und beten könnten
"Kauf" eines Gottesdienstes
Bezahlung einer Pilgerfahrt.

Luther protestierte zu Recht dagegen.

Er griff auf Paulus zurück und interpretierte ihn aus seiner eigenen Situation heraus neu:

1) Jegliches Werk, das nicht im Glauben an Christus geschieht, ist Sünde, jegliches Werk, das im Glauben an Christus geschieht, ist ein gutes Werk. Damit ist Glaube als Grundlage des Handelns das einzige Werk. Und wenn ein gläubiger Tischler aufgrund seines Glaubens einen Tisch so gut macht, wie er nur kann, ihn für ehrliches Geld verkauft und nicht betrügt, wenn er so ehrlich und aufrichtig handelt, daß man ihn als gutes Beispiel eines guten Christen zitieren kann, dann ist das ein gutes Werk - weil es im Glauben geschieht.
2) Es ist unmöglich, daß jemand mehr tut, als für seine eigene Erlösung nötig ist, weil das Tun ja das gesamte Handeln aus Glauben betrifft. Und da man nicht immer im Glauben handelt, kann man auch nicht immer auch nur das Mindestes tun (=tätigen, nachfolgenden Glauben haben), um selbst errettet zu werden. Man kommt selbst nur gerade noch aufgrund von Glauben in den Himmel, man kann keinem Anderen was von seinen "guten Werken" abgeben.

In heutiger Zeit haben viele Protestanten diese Lehren Luthers aber vergessen, und sie haben keine Ahnung mehr, wofür und wogegen die Reformatoren eigentlich stritten. Übergeblieben sind Schlagworte, die sie wiederum neu interpretieren.

Diese neue Interpretation verwendet Verse der Schrift, hat aber mit dem ursprünglich paulinischen Schrifttum und Pauli Gedanken genau so wenig zu tun, wie mit Luthers Ideen. Statt daß man sich selbst als jemand erkennt, der gerade noch errettet wird, als den Zöllner im Gleichnis Jesu, der Gott um Gnade bittet, meint man pharisäerisch definieren zu müssen, was geglaubt werden muß, damit man errettet wird und schaut hochmütig auf die "Hunde" herab, die "falsch" glauben. Ist Gott dankbar, daß man nicht so ist, wie jener Zöllner, sondern daß man die reine Lehre vollständig begreifen durfte. Man sieht sich als auserwählt, als etwas Besseres, wenn auch nicht aus eigener Leistung.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon angelika » Freitag 27. Dezember 2013, 12:00

Hallo Luwy,
ja, das war jetzt mal superinteressant, ja klar, man kann von guten Taten nichts abgeben, würde
keinerlei Sinn machen. Stimmt auch, Menschen die im Herzen gut sind, halten sich auch meist an
die Gesetze.
Was mir auch immer zu denken gibt, Gott wusste ja, dass wir nicht perfekt sein können, und trotzdem
gab er uns die Chance, errettet zu werden.
Gott ist gnädig, deswegen wird auch sicher gute Werke bewerten.
Danke, Luwy.
LG Angelika
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon luwy » Freitag 27. Dezember 2013, 12:23

Das sehe ich auch so, Angelika. Freut mich, daß meine Darstellung für Dich interessant war.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Christusträger » Freitag 27. Dezember 2013, 20:41

Lieber luwy,

Müßte man annehmen, daß Jesus hier vom Jüngsten Gericht redet, dann würde das aber bedeuten, daß dieses gar nicht stattfindet! Denn die Gläubigen werden nicht gerichtet (oder "kommen nicht ins Gericht", wie es in einer anderen Übersetzung heißt), und die Ungläubigen brauchen auch kein Gericht mehr, denn sie sind bereits gerichtet.


ich lese hier, dass die Ungläubigen ins Endgericht kommen und nicht schon ein Richten zu Lebzeiten. Wie oft in der Bibel wird von der Zukunft geredet als hätte sie schon stattgefunden. Also sag nix gegen die klassische protestantische Auslegung - auch hier sind Leute am Werk die Ahnung haben... :cross:

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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Sola » Freitag 27. Dezember 2013, 22:40

Lieber Christof, lieber Luwy
Ich finde die Stellen im NT, wo es ums Gericht geht, nicht so eindeutig, bspw:

Mt 7,1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
Mt 7,2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Joh 3,18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
Röm 14,23 Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.
1Kor 11,31 Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet.
1Kor 11,32 Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden.
2Thess 2,12 damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.
Jak 2,12 Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.
Jak 5,9 Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet.
1Petr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.


Das hört sich auf den ersten Blick alles ziemlich widersprüchlich an.
Also: Gläubige werden nicht gerichtet - nur Ungläubige ...und die eigentlich auch nicht, denn die sind schon gerichtet.

An anderen Stellen heisst es: Ungläubge werden gerichtet ... und Gläubige aber auch, nämlich dann, wenn sie selbst richten und zwar genau nach dem Recht, mit dem sie selbst richten. Und auch diejenigen, die widereinander seufzen.
Ausserdem ist derjenige schon gerichtet, der etwas gegen sein Gewissen tut - denn alles, was nicht aus dem Glauben kommt, ist Sünde; folglich ist jeder Gläubige, der sündigt, gerichtet.

Das Gericht vermeiden können Gläubige, indem sie sich selbst richten. Wenn nicht, dann werden sie vom Herrn gerichtet=gezüchtigt, damit sie nicht mitsamt der Welt verdammt werden.

Am rätselhaftesten ist wohl die Aussage über die Toten, die zwar "nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch (das sie ja eigentlich gar nicht mehr haben), aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.

Sinnvoll unter einen Hut bringen kann ich diese Aussagen eigentlich nur, wenn ich annehme, dass "gerichtet" 2 Bedeutungskomponenten hat:
1) "verurteilt"
2) "zurecht gebracht", "wieder in Ordnung gebracht"

Dabei ist 1) die Voraussetzung für 2); die Sünde muss festgestellt und "verurteilt" werden, um ein "Zurechtbringen" zu ermöglichen.
Das ist nur im Glauben möglich an den Herrn, der unsere Sünde schon "bereinigt" hat. Wenn wir das im Glauben annehmen, ist das Urteil gegen uns aufgehoben, diejenigen, die das nicht tun, bleiben "verurteilt".

Wenn Gläubige wieder sündigen, verfallen sie erneut dem Urteilsspruch und müssen erneut die Vergebung in Anspruch nehmen. Und sie müssen ihrerseits bereit sein zu vergeben, wie ihnen vergeben wurde.
Des weiteren müssen sie ihrer Erlösung gemäss "in Heiligung" leben, den "alten Menschen" mit seinen sündigen Gewohnheiten "ablegen" - dh sich selbst "richten" (Falsches verurteilen und zurechtbringen). Wo sie das nicht schaffen, "richtet" sie der Herr, indem er ihnen "Zuchtigung" schickt, um sie ihren falschen Weg erkennen zu lassen und sie zurecht zu bringen.

der Vers über das "Gericht an den Toten nach Menschenweise" bleibt aber immer noch rätselhaft....
lg
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Christusträger » Freitag 27. Dezember 2013, 22:50

Liebe Sola,

Wenn Gläubige wieder sündigen, verfallen sie erneut dem Urteilsspruch und müssen erneut die Vergebung in Anspruch nehmen.


danke für Deinen Beitrag. Ich frage mich allerdings woher Du das Obengenanntes nimmst. Hast Du da eine Bibelstelle? Ich dachte das Opfer Jesu sei ein für alle mal gültig - auch wenn mal gesündigt wird.

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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Sola » Freitag 27. Dezember 2013, 23:10

Christusträger hat geschrieben: Ich frage mich allerdings woher Du das Obengenanntes nimmst. Hast Du da eine Bibelstelle? Ich dachte das Opfer Jesu sei ein für alle mal gültig - auch wenn mal gesündigt wird.



Ich habe eigentlich nur die zitierten Bibelstellen widergegeben - in diesem Fall:
Röm 14,23 Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

Aber ich glaube auch - wie du - dass er trotzdem grundsätzlich gerettet bleibt, weil er ein für alle Mal im Glauben das Opfer Jesu für alle seine Sünden angenommen hat.
Die immer wieder Inanspruchnahme der Vergebung kann man vielleicht als "Fusswaschung" sehen, das "wieder rein waschen" dessen, was durch den Kontakt mit der Sünde verunreinigt wurde - symbolisch im Akt der Fusswaschung ausgedrückt:
Joh 13,10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Christusträger » Freitag 27. Dezember 2013, 23:23

Liebe Sola,

Aber ich glaube auch - wie du - dass er trotzdem grundsätzlich gerettet bleibt, weil er ein für alle Mal im Glauben das Opfer Jesu für alle seine Sünden angenommen hat.


Drum - und ich denke, dass jedes Kind Gottes sofort zu Gott kommt mit reuigem Herzen und um Vergebung bittet. Auf jeden Fall, wenn die Beziehung in Ordnung ist. An der Errettung ändert diese Sünde aber auch dann nichts, wenn wir das mal versäumen. Menschen sind eben Sünder - das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass man Sünden auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es bleibt das Streben nach Sündlosigkeit - ob diese erreichbar ist bleibt für mich fraglich ....

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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon luwy » Sonntag 29. Dezember 2013, 02:15

Christusträger hat geschrieben:Liebe Sola,

Wenn Gläubige wieder sündigen, verfallen sie erneut dem Urteilsspruch und müssen erneut die Vergebung in Anspruch nehmen.


danke für Deinen Beitrag. Ich frage mich allerdings woher Du das Obengenanntes nimmst. Hast Du da eine Bibelstelle? Ich dachte das Opfer Jesu sei ein für alle mal gültig - auch wenn mal gesündigt wird.

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Christof



Ich denke, da gibt es mehreres:

Joh 15,1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.
Joh 15,2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Joh 15,3 Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
Joh 15,4 Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Joh 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Joh 15,6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.


Offensichtlich ist es möglich, Jesu Sühnopfer angenommen zu haben, aber nicht in Christus zu verbleiben.

Hebr 3,12 Gebt Acht, Brüder, dass keiner von euch ein böses, ungläubiges Herz hat, dass keiner vom lebendigen Gott abfällt,
Hebr 3,17 Wer war ihm vierzig Jahre lang zuwider? Nicht etwa die Sünder, deren Leichen in der Wüste liegen blieben?
Hebr 3,18 Wem hat er geschworen, sie sollen nicht in das Land seiner Ruhe kommen, wenn nicht den Ungehorsamen?
Hebr 3,19 Und wir sehen, dass sie wegen ihres Unglaubens nicht hineinkommen konnten.


Auch hier geht es wohl darum, daß man zwar in der Gemeinschaft ist und mal geglaubt hat, aber letztlich sein Herz verhärtet, sodaß es böse und ungläubig wird und von Gott abfällt.

Hebr 10,26 Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr,
Hebr 10,27 sondern nur die Erwartung des furchtbaren Gerichts und ein wütendes Feuer, das die Gegner verzehren wird.


Anscheinend ist es ein Unterschied, ob wir vorsätzlich sündigen, oder ob wir sündigen, weil das Gesetz des Fleisches uns überwältigt hat.

Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
Mt 7,22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
Mt 7,23 Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!


Das ist meine Lieblingsstelle im Zusammenhang. Da gibt es also Leute, die an Christus glauben und "an jenem Tag" vor Christus stehen in der Überzeugung, Ihm im Glauben treu gewesen zu sein, da sie ja als Propheten aufgetreten sind, Dämonen ausgetrieben und viele Wunder getan haben, alles im Namen Jesu, und dann sagt er ihnen: "Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!", weil sie den Willen des Vaters nicht erfüllt haben. Und es werden viele sein!


1 Joh 1,8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns.
1 Joh 1,9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.
1 Joh 1,10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.
1 Joh 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
1 Joh 2,2 Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.


Jeder von uns braucht tagtäglich das Sühnopfer und die Reinigung, die dadurch kommt. Jeder von uns sündigt, und jeder von uns muß seine Sünden auch bekennen und loswerden wollen.

2 Petr 3,14 Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.
2 Petr 3,15 Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben;
2 Petr 3,16 es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.


Das Bemühen um Makellosigkeit vor Gott ist ein wichtiges Thema - jeden Tag, nicht nur, wenn wir uns gerade bekehrt haben. Das mußte auch Petrus lernen:

Lk 22,32 Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.


Das Sühnopfer hat Jesus ein einziges Mal gebracht, aber ob ich in Ihm verbleibe oder nicht, daß zeige ich täglich.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Christusträger » Sonntag 29. Dezember 2013, 19:57

1.Joh 4,16
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.


Das ist für mich die Aussage die ausschlaggebend ist: nicht die Sündlosigkeit führt uns ins Himmelreich, sondern die Liebe im Herzen, die sowohl auf Gott, als auch auf unsere Nächsten gerichtet ist. Die Liebe ist die Frucht von der Jesus in seinem Gleichnis vom Weingarten redet und es ist die Liebe, die jenen Wundertätern fehlt, die es letztlich nicht ins Reich Gottes schaffen. Die Liebe ist das erste Ziel und nicht die Sündlosigkeit.

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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Life Concept » Dienstag 31. Dezember 2013, 03:34

Ja, wir leben in einer Gesellschaft, in welcher das Wort Gottes zu immer weniger Menschen durchdringt. Zugleich erhalten heidnische und dämonische Kulte und Bräuche immer mehr Anhängerschaft. Dasselbe gilt für die modernen Götzen wie den Fussball, weltlicher Besitz, Ansehen, Weltgefälligkeit, Leistungsgesellschaft usw.

Viele von uns sagen, es gehe ihnen immer gut oder sie seien glücklich und zufrieden, weil die Massenmedien mit ihnen längst Gehirnwäsche betrieben und all ihr Empfinden, Wahrnehmung und Denken dem System gefügig gemacht wurde mit der Waffe, der Verweichlichung. Darum wehrt sich niemand gegen dieses hier geltende System der Unterdrückung durch Kapital, Ökonomie, Effizienz, Selbstverherrlichung durch den Konkurrenzdruck. Alle Fügen sich einfach den immer mehr steigenden Erwartungen und Anforderungen und Gefälligkeitsdiktat der Gesellschaft, Finanzwelt und Wirtschaftswelt und Arbeitswelt usw. Wer sich diesem System nicht anpassen kann, auch in geringsten Abweichungen, wird sofort gemobbt, ausgegrenzt und einfach ersetzt. Die Probleme, Bedürfnisse des Individuums gelten nicht mehr und werden systematisch ignoriert oder übergangen, was zu einer immer grösseren sozialen Kälte und zu einem Konkurrenzkampf in allen Lebensbereichen führt. Nächstenliebe und Füreinander wird immer mehr durch das Gegeneinander ersetzt. Der Mensch ist zu einer Maschine diesen Systems geworden, wo er nicht mehr als Mensch mit persönlichem Schicksal und Neigungen und Bedürfnissen wahrgenommen wird. Dieses System kennt nur Schuldzuweisungen und Verurteilungen für ein Scheitern oder Misslingen, akzeptiert nichts als schicksalhaft. Alles fällt auf einen zurück und du kannst dich nicht dagegen wehren.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon luwy » Dienstag 31. Dezember 2013, 11:34

Christusträger hat geschrieben:1.Joh 4,16
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.


Das ist für mich die Aussage die ausschlaggebend ist: nicht die Sündlosigkeit führt uns ins Himmelreich, sondern die Liebe im Herzen, die sowohl auf Gott, als auch auf unsere Nächsten gerichtet ist. Die Liebe ist die Frucht von der Jesus in seinem Gleichnis vom Weingarten redet und es ist die Liebe, die jenen Wundertätern fehlt, die es letztlich nicht ins Reich Gottes schaffen. Die Liebe ist das erste Ziel und nicht die Sündlosigkeit.

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Christus führt uns ins Reich Gottes. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Der Wunsch, Ihn zu verherrlichen und mit Ihm zu sein und so zu werden, wie er, lässt uns auf diesem Weg gehen.. Das bedeutet, daß wir ohne Glauben an Ihn gar nichts erreichen. Das ist die Grundvoraussetzung. Und da Er die Liebe ist, brauchen wir den Wunsch nach wahrer Christusliebe, was Nächstenliebe inkludiert. Die Gebote zeigen mir, was Liebe ist, falls ich darin unsicher bin. Für mich stellt sich nicht die Frage, ob ich ein Maß an Würdigkeit oder an Liebe oder an Gottähnlichkeit in diesem Leben erreiche, das ausreicht, mich in die Gegenwart Gottes zu führen, sondern, ob ich auf diesem Weg bin, mit ganzem Herzen, aller Macht und ganzer Kraft.

Damit ich besser erkenne, ob ich auf dem richtigen Weg bin, gibt es "Mindestanforderungen", die jeder erfüllen kann:

„Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.“ (1 Korinther 6:9,10.)


Mörder sind hier nicht explizit aufgeführt, wir können aber doch sicher annehmen, daß das für sie auch gilt.

Wer in diesen Sünden verbleibt (!), ist nicht auf dem richtigen Weg.
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Re: Heidentum löst Gottesglaube ab!

Beitragvon Christusträger » Dienstag 31. Dezember 2013, 12:36

Wer in diesen Sünden verbleibt (!), ist nicht auf dem richtigen Weg.


Das scheint klar zu sein, lieber luwy. Wer die Liebe Gottes hat wird aber auf jeden Fall verändert. Er strebt die Abkehr von der Sünde dann aus Liebe an. Nicht zu vergessen ist auch, dass der Heilige Geist in uns wirkt und ebenfalls zu einer Abkehr von diesen Sünden drängt.

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