Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

In den Offenbarungen stehen eindrucksvolle Prophezeihungen.

Moderator: Hellmut

Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Life Concept » Donnerstag 8. August 2013, 17:36

Hier wurde ja schon vor bald vier Jahre ein Thread hineingestellt mit dem Titel Entrückung 2010/11. Damals war ich voller Erwartung und Hoffnung auf diesen Zeitraum immer in Erwartung von der baldigen und endgültigen Erlösung von meinen persönlichen und familiären Problemen und Konflikten aufgrund meines unangepassten Verhaltens noch voll entzündet. Doch das ist allmählich immer mehr der Ernüchterung und Ungeduld gewichen, sogar Antriebslosigkeit am Morgen, Niedergeschlagenheit und mitunter sogar dem Empfinden, dass das Leben so keinen Sinn mehr machen würde, dass mit jedem Tag, an dem sich die Welt nicht grundlegend verbessern würde, einen Tag zuviel und verlorene Zeit wäre, wenn alles bis anhin und alles um mich herum immer und ewig gleich weiterginge oder noch bedrückender und noch schwieriger würde. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass gar noch das 22. oder gar noch das 23. Jahrhundert so verstreichen könnte ohne dass sich Grundlegendes bewegt oder erfüllt.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Jesusfreak » Freitag 16. August 2013, 23:31

...und doch kann es sein, dass wir innerhalb der nächsten 24 Stunden entrückt werden in die Herrlichkeit. Dieser Vorgang ist Imminent.

Lasst uns wach und nüchtern sein jederzeit!

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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Ghostwriter » Dienstag 10. September 2013, 00:08

Life Concept hat geschrieben:Hier wurde ja schon vor bald vier Jahre ein Thread hineingestellt mit dem Titel Entrückung 2010/11. Damals war ich voller Erwartung und Hoffnung auf diesen Zeitraum immer in Erwartung von der baldigen und endgültigen Erlösung von meinen persönlichen und familiären Problemen und Konflikten aufgrund meines unangepassten Verhaltens noch voll entzündet. Doch das ist allmählich immer mehr der Ernüchterung und Ungeduld gewichen, sogar Antriebslosigkeit am Morgen, Niedergeschlagenheit und mitunter sogar dem Empfinden, dass das Leben so keinen Sinn mehr machen würde, dass mit jedem Tag, an dem sich die Welt nicht grundlegend verbessern würde, einen Tag zuviel und verlorene Zeit wäre, wenn alles bis anhin und alles um mich herum immer und ewig gleich weiterginge oder noch bedrückender und noch schwieriger würde. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass gar noch das 22. oder gar noch das 23. Jahrhundert so verstreichen könnte ohne dass sich Grundlegendes bewegt oder erfüllt.


Hallo,

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich hatte früher ähnliche Gedanken. Doch diese sind verflogen, denn mein ganzes Welt-und Gottesbild hat sich verändert. Wie soll Ich Dir das beschreiben? Hast Du einen religiösen/kirchlichen Hintergund?

Liebe Grüsse,
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Dienstag 10. September 2013, 10:22

Jesusfreak hat geschrieben:...und doch kann es sein, dass wir innerhalb der nächsten 24 Stunden entrückt werden in die Herrlichkeit. Dieser Vorgang ist Imminent.


Naja, die nächsten 24 Stunden halte ich für übertrieben. Jesus hat uns ja doch die Zeiten der Zeit gegeben, und wenn ich all das, was die Propheten (vorallem des AT) und die Autoren des NT gesagt haben, nehme, dann sind da schon noch ein paar Sachen offen. Aber ja, schnell gehen kann's auch.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Robert » Dienstag 10. September 2013, 17:47

dann sind da schon noch ein paar Sachen offen


Hallo luwy

Was meinst du genau damit?

lg

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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Jesusfreak » Dienstag 10. September 2013, 17:53

luwy hat geschrieben:
Jesusfreak hat geschrieben:...und doch kann es sein, dass wir innerhalb der nächsten 24 Stunden entrückt werden in die Herrlichkeit. Dieser Vorgang ist Imminent.


Naja, die nächsten 24 Stunden halte ich für übertrieben. Jesus hat uns ja doch die Zeiten der Zeit gegeben, und wenn ich all das, was die Propheten (vorallem des AT) und die Autoren des NT gesagt haben, nehme, dann sind da schon noch ein paar Sachen offen. Aber ja, schnell gehen kann's auch.


Lieber luwy

Welche Dinge müssten Deiner Meinung nach, vor der Entrückung der Gemeinde noch geschehen?

Liebe Grüsse Jesusfreak
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Dienstag 10. September 2013, 18:05

Welche Dinge müssten Deiner Meinung nach, vor der Entrückung der Gemeinde noch geschehen


Zum Beispiel

das Auftreten vieler Christusse,
eine allgemeine, weltweite Christenverfolgung,
das Auftreten vieler falscher Propheten (nicht nur falscher Lehrer),
Wundertaten durch diese falschen Propheten und Christusse,
Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem,
der Antichrist in diesem Tempel (alles siehe Math 24)
Der 3,5 Jahre lange Dienst der zwei Propheten in Jerusalem
Krieg aller Nationen gegen Israel
Die Sieben Plagen (alles siehe Offenbarung).

Das ist nicht eine erschöpfende Liste der Dinge, die noch zu passieren haben. Ich glaube aber, daß es über diese Dinge am Wenigsten Diskussion gibt, ob sie schon passiert sind oder ob sie post-Trib passieren werden. Diese Liste ist auch nicht zwingend chronologisch.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Knuddel » Donnerstag 12. September 2013, 00:33

Bei den angeführten Punkten stimme ich Luwy zu. Da ich eine Entrückung zur Mitte bei der 7.Posaune annehme, weil ich auch erst die zweiten 3 1/2 Jahre als die Drangsal annehme.

Ich kann aus den Aussagen der Bibel keine Imminente Entrückung herauslesen.
Das einzige Argument dafür wäre "Zeit und Stunde weis niemand"
Ich lese in der Bibel verschiedene Ereignisabläufe (Luwys Aufzählungen) an deren Ende dann erst die Entrückung steht.

Die Vorentrückungslehre kann sich mM nur halten, weil sämtliche Bibelstellen aus dem Kontext gerissen werden und so zusammen gemixt werden das man damit die Vorentrückung untermauern kann.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Donnerstag 12. September 2013, 14:59

Weiß nicht, Knuddel. Viele Christen haben die Schrift mit gutem Gewissen und voll Glauben gelesen, und manche sind Pre-Trib, andere Mid-trib und andere Post-Trib. Wieder andere sind Antichiliasten. Sie alle berufen sich auf die Bibel, sie alle glauben, daß die jeweils anderen Positionen nur dadurch haltbar werden, dass man die Schrift mißachtet und mißdeutet.

Ich glaube, daß eben alle diese Varianten "schriftgemäß" sind. Das sich für sie alle Hinweise in der Schrift finden. Was nun tatsächlich passieren wird, das muß man im Schriftstudium gebetserfüllt ausstudieren und durch persönliche Offenbarung bestötigt bekommen. Und selbst dann würde ich jemandem, der's anders sieht nicht vorwerfen, er würde die Schrift zu wenig beachten.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Knuddel » Donnerstag 12. September 2013, 21:32

Hi Luwy.
Du hattest doch mal eine sehr gute Ausarbeitung über die ganzen -Tribs wo stand das nochmal ? und kurz welchen -Trib bzw Meinung vertrittst Du bzw deine Kirche.

Ich hatte mir schon etliche Veröffendlichungen auf Endzeitzeichen.de und .org oder Endzeitreporter.de durchgelesen.
Somit kenne ich alle Argumente für einen Post-Trieb und noch dazu der Imminenz. Aber ??
Warum muß ich immer mit dem Kopf schütteln, und hätte sehr viele Einsprüche gegen die Begründungen.
Die Bibelstellen werden zweifelsfrei richtig erkannt und ausgelegt. Aber... nach meiner Meinung
Von christlicher Sichtweise her wird die Gemeinde Jesu zu sehr in den Vordergrund gehoben und Israel speziell die heute lebenden Juden werden zu wenig als Bundesvolk Gottes beachtet, und ich bin der Meinung das sich die meisten Prophetien auf Israel/Juda beziehen.
Außerdem vertrete ich die Meinung das in allen Prophetien ob AT, NT oder Offenbarung eine Chronologie eingearbeitet ist sodas ein Vermischung der Kapitelabfolge fatale Fehler im Verständnis hervorbringt und die Menschen damit den Plan Gottes durcheinander bringen und missverstehen.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Freitag 13. September 2013, 08:47

Ich glaub, die Trib-Gegenüberstellung war aus Wikipedia.

Die ausformulierten Lehren der verschiedenen Tribs und die Entrückung der Heiligen stammt kirchengeschichtlich aus einer Zeit nach der Gründung der Mormonen. Deswegen kann man uns (wieder mal) nicht so schön einordnen.

Wir glauben, daß gegen Ende der Mühsal Jesus kommen wird, um seinen Heiligen zu begegnen, daß die Heiligen aber nicht bis zum Ende von der Erde weggenommen werden. Die "Entrückung" ist also nicht eine "Weg-Entrückung" sondern eine "Hin-Entrückung", hin zu Jesus, der dann mit Engeln und Heiligen auf der Erde sein wird.

Wir glauben, daß am Höhepunkt der Mühsal, wenn sich alle Völker gegen Israel gewandt haben werden, Jesus am Ölberg vor aller Welt erscheinen wird und sein Volk retten wird. Damit wird die Mühsal beendet sein.

Für uns hat das Volk Israel die zentrale Rolle in der Endzeit:

Diese wurde damit eingeleitet, daß Jesus dem Propheten Joseph Smith erschienen ist. Das Buch Mormon wurde hervorgebracht, um den Kindern die Bündnisse ins Bewußtsein zu rufen, die mit den Vätern gemacht wurden (hauptsächlich für Ephraim und Manasse, aber letztlich für die ganze Nachkommenschaft Abrahams, durch die alle Völker gesegnet werden sollen). Wer als Mormone getauft wird, dem wird durch Offenbarung erklärt, in welchen Stamm Israels er adoptiert wird (ich gehöre zum Stamm Ephraim). Schon im Talmud lesen wir, daß jemand, der den Bund mit Gott schließt, einem Stamm Israels zugeordnet wird, und man darf von ihm nicht mehr sagen, daß er mal einer "aus den Völkern" war. Daher verstehen wir Missionsarbeit als Teil der verheissenen Sammlung Israels.

Im Jahr 1841 wurde der Apostel Orson Hyde nach Jerusalem geschickt, um das Land Israel für die Rückkehr Judas und Benjamins zu weihen, was er auch tat. Diese Rückkehr ist der andere Teil der Smamlung Israels.

Zweck der Sammlung Israels, die in der Bibel verheißen ist, ist u.a. der Bau von Tempeln. Deswegen erwarten wir auch, daß die Juden selbst ihren Tempel in Jerusalem wieder aufbauen werden.

Wenn Jesus dann in der Zeit der größten Not zu seinem Volk kommt, um es aus dieser Not zu erlösen, dann wird erfüllt, was der Prophet Sacharja verheißen hat, nämlich daß sie ihn sehen werden den sie (bzw. ihre Väter) durchbohrt haben, und ihn als ihren Herrn anerkennen werden.

Das Problem generell mit "Text" jeglicher Art ist, dass Sprache nicht eindeutig sein kann. Es gibt immer - vom Text unabhängige - Annahmen und Voraussetzungen, die in der Interpretation mitspielen. Deswegen können mehrere Menschen, die gleich gut gebildet sind, den gleichen Text ehrlich auslegen und zu unterschiedlichen Auslegungen kommen. Jedem davon wird nur eine einzige Auslegung voll und ganz schlüssig erscheinen - was der Grund ist, warum er sie annimmt. Das bedeutet aber nicht, daß die anderen Auslegungen weniger schlüssig sind, sondern nur, daß die eigenen Annahmen und Voraussetzungen gegen diese anderen Auslegungen arbeiten.
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Knuddel » Freitag 13. September 2013, 22:51

lieber Luwy
Ich hab noch nicht richtig verstanden, ob es bei euch auch eine 7 jährige Endzeitperiode gibt.
Du redest von einer Mühsals-Zeit, ist das bei euch das selbe wie die Trübsal/Drangsal.?
Also verstehe ich richtig, das es bei euch keine (körperliche/leibliche) Entrückung gibt?
Wollt ihr so wie die Zeugen Jehovas die Mühsal/Drangsalszeit überleben um dann in Jesu Gemeinschaft zu leben.?
Wäre der Höhepunkt der Mühsal/Trübsal wenn Jesus wieder erscheint dann also am Ende von ca. 7 Jahren oder irgendwann vorher.?
Wieder viele Fragen.
Gruß Knuddel
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Montag 16. September 2013, 11:54

Hallo Knuddel,
ich bin viel mehr Englisch als Deutsch unterwegs, ich habe die falsche Übersetzung für tribulation gewählt. Mühsal=Trübsal.

Ich hab mir jetzt nochmal einiges aus mormonischer Sicht zu diesem Thema durchgelesen. Wie gesagt, diese Lehre ist bei uns bei Weitem nicht so wichtig, wie unter Evangelikalen.

Generell lässt sich sagen:

Wir verstehen Matth 24:29-31, Markus 13:24,26-27, Luk 21:25-27 so, daß Christi 2. Kommen am Ende der Trübsal ist, und dass die Heiligen bei diesem 2. Kommen und nicht davor passieren wird. Teile der neuzeitlichen Offenbarungen, die wohl nur wir Mormonen anerkennen, machen diesen Punkt noch deutlicher. Das ist Lehre der Kirche. Wir erwarten, daß mit Christi Kommen auf der Erde keine Schlechten mehr über sind. Wir erwarten, daß da noch viel, viel mehr, als nur die Mormonen über sind.

Es gibt Mormonen, die Daniel und die Johannesoffenbarung so verstehen, daß dies von 2x3.5 Jahren sprechen, aber dazu hat die Kirche keine Lehre. Damit gibt es hier unterschiedliche Meinungen. Manche verstehen die Zehl 7 als "heilig" und "vollständig", wie es der jüdischen Gematria entspricht, andere sehen sie buchstäblich als 7 Umläufe der Erde um die Sonne.

Was wir bei Christi 2. Kommen erwarten, will ich hier auch mal aus dem Buch "Lehre und Bündnisse" (das wir ebenso als Heilige Schrift und Offenbarung Gottes betrachten) zitieren, nicht weil es besser wäre als die Bibel (ist es nicht), sondern weil es unsere Sicht auf die gleichen Ereignisse darstellt. Es ist sozusagen ein weitere Zeuge für die Bibel:

Ich habe in meinem Grimm geschworen und Kriege auf dem Antlitz der Erde beschlossen, und die Schlechten werden die Schlechten töten, und Furcht wird über jeden Menschen kommen; und auch die Heiligen werden nur mit Mühe entrinnen; doch ich, der Herr, bin mit ihnen und werde im Himmel, aus der Gegenwart meines Vaters, herabkommen und die Schlechten mit unauslöschlichem Feuer verzehren. (LuB 63:33-34)


Also werden die letzten Schlechten bis zu und bei Christi 2. Kommen vernichtet. Auch die Heiligen werden diese Zeit erleben, und es wird ihnen nicht erspart.

Und es wird eine Stille sein im Himmel für den Zeitraum einer halben Stunde; und sogleich danach wird der Vorhang des Himmels entfaltet werden, wie eine Schriftrolle entfaltet wird, nachdem sie zusammengerollt war, und vom Angesicht des Herrn wird der Schleier weggenommen werden; und die Heiligen, die auf Erden sind, die am Leben sind, werden belebt und entrückt werden, ihm zu begegnen. Und die in ihren Gräbern geschlafen haben, werden hervorkommen, denn ihre Gräber werden sich öffnen; und auch sie werden entrückt werden, um ihm in der Mitte der Himmelssäule zu begegnen— sie gehören Christus: die Erstlingsgabe, diejenigen, die als erste mit ihm herniedersteigen werden, und diejenigen, die auf Erden und in ihren Gräbern sind, die zuerst entrückt werden, um ihm zu begegnen
(LuB 88:95-98)


Insoferne gibt es eine Entrückung- sowohl der Lebenden als auch die Verstorbenen, die auferstehen werden - , und diese auch in der Mitte der Himmelssäule/über den Wolken/in den Lüften. Allerdings nicht, um den Heiligen die Trübsal zu ersparen, sondern damit sie dem HERRN entgegen gehen.

War das klarer?
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon Knuddel » Montag 16. September 2013, 23:03

Vielen Dank Luwy , das war schon etwas verständlicher was die Endzeitlehre der Kirche der Heiligen der letzten Tage so lehrt.

Das was du aus den Lehren und Bündnissen zitiert hast, sehe ich wie einen Zusammenschnitt von Aussagen aus der Bibel.
Nur ist die halbe Stunde Ruhe im Himmel aus Offb 8.1. das siebente Siegel.
der zusammengerollte Himmel war aber schon in Offb 6.14. beim sechsten Siegel.
Dann kommt die Beschreibung des Inhaltes aus 1.Thess 14.. der Auferstehung der Toten und die Leibliche Entrückung der Lebenden (Gläubigen)
Mit dieser ungefähren Beschreibung verbindet ihr das zweite Kommen Jesu, Aber danach geht die (Offenbahrungs-)Geschichte doch noch weiter. und in Offb 19.11 kommt Jesus doch dann ein drittes Mal auf diese Erde hinab , als Reiter auf dem weißen Pferd.



Kläre mich mal auf, was bei euch die Himmelssäule zu bedeuten hat
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Re: Wie nahe ist die Wiederkunft wirklich?

Beitragvon luwy » Dienstag 17. September 2013, 12:42

Hallo Knuddel,
ich seh hier ein Problem: Wir kommen aus zwei deutlich unterschiedlichen Exegese-Traditionen. Das lässt sich schön am Beispiel der "Himmelssäule" sehen. Es ist ein eigentümlicher Begriff, und er erscheint Dir daher als etwas mit einer fixen, besonderen Bedeutung. Es könnte die Annahme zugrunde liegen, daß "Heilige Schrift", damit sie das wirklich sein kann, wortinspiriert sein muß, d.h. daß der Prophet nur ein unbeteiligter Überbringer des göttlichen Wortes ist. Der Text ist in diesem Modell vom Propheten unabhängig. Ein ähnliches Modell legt der Islam zugrunde: Mohammed liest nur runter, was in dem Buch steht, das Gabriel ihm gibt. Und das ist der Qu'ran. Der "himmlische" und der "irdische" Qu'ran sind also identisch. Man erlangt klareres Wissen darüber, was die Schrift sagt, indem man die Worte genauer analysiert, Zusammenhänge findet, eventuell historisch-kritisch vorgeht. Die Schrift ist die Quelle der Offenbarung für den Leser. Sola Scriptura.

Im Mormonischen Denken sieht das anders aus: Gott gibt dem Propheten Offenbarung in der Weise der Sprache des Propheten. Ist der Prophet (in alter Zeit) ein Tempelpriester, dann ist die Sprache, die verwendet wird, gebildeter, als wenn er ein Fischer ist. Jesajas Art zu prophezeihen unterscheidet ich deutlich von der Art Jeremias, Elija redet anders prophetisch, als es sein Schüler Elischa tut. Manche Propheten waren Dichter, andere haben mehr mit Handlungen prophezeit und gar keine Gedichte geliefert (z.B. Hosea). Ebenso zeigt sich in den Worten der Propheten deutlich ihre eigene Kultur. Ist für uns auch nur logisch, weil der Prophet ja zu aller Erst zu seinen Zeitgenossen redet und von ihnen verstanden werden muß. In diesem Modell ist die Schrift nicht die Quelle der Offenbarung!Der Leser nimmt die Worte genau so ernst, studiert sie genau so intensiv, aber das ist nur ein Zwischenschritt. Das Ziel ist, durch persönliche Offenbarung die Schrift zu verstehen, das heißt die Schrift wird zur Richtschnur, die uns zur Offenbarung Gottes führt. Dadurch wird das Wort Gottes in uns lebendig. Dies sieht man z.B. schön in Apg 2, wo Petrus einen Psalm hernimmt, der im Judentum nicht messianisch gilt, und ihn durch den Geist Gottes neu auslegt und auf Christus statt auf König David bezieht. Das Lesen der Schrift führt hier zu weiterer, aktueller Offenbarung. Gott ist die Quelle der Offenbarung. Solus Deus.

Diese beiden Modelle sind übrigens nicht die einzigen. Manche jüdischen Rabbis des Altertums pflegten z.B. Verse, in denen das gleiche Wort verwendet wird, in einen Zusammenhang zu setzen, auch wenn es inhaltlich sonst keinen gab. Dann gingen sie weiter: Dadurch, daß es im Hebräischen keine Vokale gibt, gibt es Worte, die zwar gleich geschrieben werden, mit unterschiedlichen Vokalen hinterlegt aber unterschiedliche Worte sind. Die Rabbis zogen auch diese Verse in einen Zusammenhang.

Noch eine andere Methode ist Gematria. Im Hebräischen gab es keine eigenen Zahlen, sondern jeder Buchstabe hat auch einen Zahlenwert. Nun kann man Worte, die den gleichen Zahlenwert haben, in einen Zusammenhang stellen, auch wenn die Buchstaben völlig unterschiedlich sind. So kann man wieder neue Verse kombinieren. Und manche Zahlen haben eben auch eigene Bedeutungen (z.B. 3, 4, 7, 12, 10.000). So kann man Versen ganz neue Bedeutungen geben. Und das sehen wir in manchen Büchern der Schrift (z.B. in Daniel und auch in Offb).

Wieder zurück. Für uns hat "Säulen des Himmels" oder "Himmelssäule" meist keine spezielle Bedeutung. Es ist poetische Sprache für das, was zwischen Himmel und Erde liegt. Es ist also im Prinzip eine ungefähre Ortsangabe, genau so, wie - im gleichen Kontext der Entrückung - "über den Wolken", was für einen Juden des 1. Jahrhunderts klar verständlich ist, aber eben nicht bedeutet, dass wir auf den Wolken draufstehen. Es bedeutet einfach, daß wir Christus, der von oben kommen wird, wie Er bei der Himmelfahrt in den Himmel hinauf gefahren ist, auf halbem Weg (symbolisch, nicht in Kilometern) entgegen kommen.

Ähnlich ist die Sache mit dem Zeitplan der Endzeit und des Zeiten Kommens. Man kann die Offenbarung Kapitel für Kapitel als zeitliche Abfolge lesen. Das ist legitim.

Eine andere Lesart wäre, daß Johannes mehrfach vom Engel gesagt bekommt, daß er prophezeihen soll, und jede Prophezeihung für sich zeigt für die gleichen oder ähnlichen Zeitabschnitte unterschiedliche Details.

Letztlich steht jeder Mormone vor dem Faktum, daß er das Alte und Neue Testament, das Buch Mormon und „Lehre und Bündnisse“ als Heilige Schrift, als Wort Gottes annimmt. Für alle gilt, so weit richtig abgeschrieben und so weit richtig übersetzt sind sie Wort Gottes. Wo es scheinbare Widersprüche gibt, trumpft keines der Bücher das andere, sondern man studiert, denkt darüber nach und betet und erbittet von Gott persönliche Offenbarung, um zu verstehen, was Gott einem sagen will. Niemand hat dann das Recht, dem anderen vorzuschreiben, wie er das zu verstehen hat.

Ausnahme: Wenn der Präsident der Kirche, den wir als Prophet, Seher und Offenbarer ansehen, ein Wort Gottes erhält, dann legt er es zuerst seinen Ratgebern vor. Stimmen die nach Gebet und persönlicher Offenbarung zu, daß es sich dabei wirklich um Wort Gottes handelt, und nicht um das, was sich der Prophet selbst einbildet, dann wird es dem Rat der Zwölf Apostel vorgelegt. Stimmen die zu, dann geht es an die Kollegien der Siebzig, von denen es zur Zeit 7 gibt. Stimmen die nach Gebet und persönlicher Offenbarung auch zu (bis hier ist jeweils Einstimmigkeit gefragt!), dann wird es der Generalkonferenz der Kirche vorgelegt (dem Volk von Priestern und Propheten), die es mehrheitlich als verbindlich für die Kirche annimmt oder nicht (ähnlich, wie Mose dem Volk das Gesetz vorgelegt hat, oder wie Josua es erneut tat und meinte: „Darum entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt“). Nimmt die Kirche es an, dann gilt es ab dann als Teil der Heiligen Schrift, als verbindliche Lehre der Kirche.

In der Geschichte der Kirche hatten wir Fälle, wo Worte von Propheten von den Aposteln abgelehnt wurden, und wir haben Fälle, wo die Heilige Schrift nach obigem Muster erweitert wurde.

Wie ein Mormone Offenbarung und Lehre und Bündnisse in Einklang bringt, das ist Sache seines persönlichen Studiums und der persönlichen Offenbarung, nicht Sache der einheitlichen Kirchenlehre. Letztlich werde ich nicht dafür erlöst, dass ich buchstäblich alles geglaubt habe, was mir die Kirchenleitung vorgibt, sondern ob ich Christus im Glauben nachgefolgt bin. Die Propheten und Generalautoritäten der Kirche in meinen Tagen sind dabei ein Hilfsmittel, kein Ersatz für die persönliche Beziehung zu Gott Vater und seinem Christus. Das Gleiche gilt für die Heilige Schrift.
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