Die billige Gnade wird heute gepredigt

In den Offenbarungen stehen eindrucksvolle Prophezeihungen.

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Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Life Concept » Freitag 22. August 2014, 19:41

Heute wird billige Gnade verkauft. Also man müsse nur Jesus annehmen und könne nachher tun und lassen was man wolle, man sei ja errettet. Ich sehe dieses Geschenk der Erlösung nicht als Stapelware an, die unbegrenzt verfügbar ist. Für diese Gnade musste ein Unschuldiger einen unendlich hohen Preis bezahlen vor Gott. Deshalb sollten wir alle danach trachten, Jesus immer ähnlicher zu werden und ihm immer mehr zu gefallen. Deshalb ist das Erlösungsgeschenk als Freibrief zum Sündigen als Missbrauch vergleichbar.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Bobby68 » Samstag 23. August 2014, 00:01

Da bin ich 100 % einverstanden.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Sola » Samstag 23. August 2014, 11:29

Life Concept hat geschrieben:Heute wird billige Gnade verkauft. Also man müsse nur Jesus annehmen und könne nachher tun und lassen was man wolle, man sei ja errettet.


Hallo Life Concept
Hast du das wirklich schon so verkündigen gehört?
Also ich nicht.

Ich weiss, dass sich manche Menschen so verhalten, ohne gross darüber nachzudenken; sie meinen, sie hätten das Heil ja schon "in der Tasche" und eine kleine Notlüge, eine kleine Steuerschummelei, ein bisschen üble Nachrede, ein bisschen Böses mit Bösem vergelten - was ist das schon, tun doch alle....

Aber dass so ein Verhalten in einer Predigt als "richtig und gut" hingestellt wird, habe ich noch nicht erlebt - im Gegenteil.
Gruss
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Die billige Gnade wird heute teilweise gelebt

Beitragvon Bobby68 » Samstag 23. August 2014, 23:35

Es wird so sicher nicht gepredigt, aber in gewissen christlichen Kreisen so gelebt.

Man kann ein Vergebungsgebet im stillen Kämmerlein sprechen und die Sache ist für den Sünder erledigt. Das habe ich leider schon oft mitbekommen. Wahre Umkehr bedeutet für mich aber das Erkennen des Fehlers / der Schuld, der Wille, es nicht mehr tun zu wollen, die Umkehr und schlussendlich das standhaft bleiben. Ich glaube, dass Menschen nur auf diesem Weg Vergebung erlangen können und nicht nur durch ein eifaches Gebet.

Als Christen müssen wir auf diesen Level kommen, dass wir gar nicht mehr sündigen wollen, sondern die Gebote Gottes mit Freude und aus Liebe zu Ihm befolgen.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Sola » Sonntag 24. August 2014, 11:12

Ja, das ist leider so, aber ich denke, nicht erst heute.

Es war schon immer so, dass bei der Mehrheit der Menschen Gott im alltäglichen Leben keine oder nur eine ganz kleine Rolle spielt. Viele "glauben" zwar, dass es schon einen Gott gibt (oder wenigstens so etwas wie eine "höhere Macht"), der hat aber mit ihrem Leben normalerweise nichts zu tun.
Wenn sie dann in eine Krise oder Not kommen, besinnen sie manche und fangen an, zu fragen und zu suchen ....

Bei vielen Christen ist es auch nicht viel anders. Sie sind halt in der Tradition aufgewachsen und haben mehr davon erfahren, müssten es eigentlich besser wissen. Aber viele rechnen im Alltag nicht wirklich mit Gott, sie leben so, als wäre er keine wirkliche Realität in ihrem Leben. Wenn sie sich dann an Gott erinnern, werden sie beschämt, bekommen ein schlechtes Gewisssen, sie bitten um Vergebung und nehmen sich vielleicht auch vor, es in Zukunft besser zu machen....und dann kommt wieder der Alltag mit all seinen Anforderungen, Sorgen und Problemen - dann sind sie so beschäftigt, dass Gott wieder in den Hintergrund tritt und alle guten Vorsätze in Vergessenheit geraten ...

Und gerade hier sollte eine gute Predigt aufrütteln, wach machen, bewusst machen.
Und es ist auch die Aufgabe von "wachen" Christen, hier ein Vorbild zu leben, indem sie es spürbar anders machen, Licht und Salz sind in einer dunklen, orientierungslosen Welt.
Den Zustand beklagen bringt gar nichts, meine ich, nehmen wir unsere Verantwortung wahr - jeder einzelne an seinem Platz.
Gruss
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon luwy » Montag 25. August 2014, 17:06

SChon der große Theologe Dietrich Bonhoeffer hat diese Billige Gnade angekreidet: http://zeitzubeten.org/christliche-spir ... ure-gnade/
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon luwy » Samstag 13. September 2014, 18:04

Für mich geht es bei der Umkehr darum, daß Gott das steinerne Herz aus meiner Brust nimmt und mir ein mitfühlendes, fleischernes Herz gibt, in das Er seine Gebote geschrieben hat, statt auf Tafeln aus Stein. Das ist ein für mich wunderschönes alttestamentliches Bild.

Er tut das, weil ich Glauben an Christus ausübe und von Ihm erhoffe, daß Er mich errettet. Aber nicht IN meinen Sünden (pecca fortiter - sündige tapfer), wie es Luther ausgedrückt hat, sondern VON meinen Sünden. Wie Paulus hoffe und wünsche ich, von alten, sündigen Leib los zu kommen und bemühe mich, der Sünde bis aufs Blut zu widerstehen.

Weil das mein Glaube und mein Wunsch ist, wandelt Gott mir das Herz, bis ich heranwachse zur Erwachsenengestalt Christi.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Bobby68 » Samstag 13. September 2014, 20:26

Hat es nicht auch damit zu tun, dass einige freikirchliche Pastoren finanziell von ihren regelmässigen Besuchern leben ?

Die billige Gnade ist doch auch etwas, was die Leute gerne hören. Ich kenne einen charismatischen Pastor, welcher bei Kenneth Hagin in Tulsa, Oklahoma studiert hat. Er sagte mir einmal, dass man eine freikirchliche Gemeinde wie eine Firma führen muss, sonst hätte man kein Erfolg.

Er macht das ganz genau so, predigt die billige Gnade bis zum Gehtnichtmehr und hat grossen Zulauf.
Wie es scheint darf man alles machen, denn Gott vergebe gerne aus reiner Gnade heisst es bei ihm.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Christusträger » Sonntag 14. September 2014, 10:40

luwy hat geschrieben:SChon der große Theologe Dietrich Bonhoeffer hat diese Billige Gnade angekreidet: http://zeitzubeten.org/christliche-spir ... ure-gnade/

Ich zitieremal aus dieser Website:
Wohl denen, die schon am Ende des Weges, den wir gehen wollen, stehen und staunend begreifen, was wahrhaftig nicht begreiflich erscheint, dass Gnade teuer ist, gerade weil sie reine Gnade, weil sie Gnade Gottes in Jesus Christus ist. Wohl denen, die in einfältiger Nachfolge Jesu Christi von dieser Gnade überwunden sind, dass sie mit demütigem Geist die alleinwirksame Gnade Christi loben dürfen. Wohl denen, die in der Erkenntnis solcher Gnade in der Welt leben können, ohne sich an sie zu verlieren, denen in der Nachfolge Jesu Christi das himmlische Vaterland so gewiss geworden ist, dass sie wahrhaft frei sind für das Leben in dieser Welt. Wohl ihnen, für die Nachfolge Jesu Christi nichts heißt, als Leben aus der Gnade, und für die Gnade nichts heißt, als Nachfolge. Wohl ihnen, die in diesem Sinne Christen geworden sind, denen das Wort der Gnade barmherzig war.

Wir sind alle noch Sünder in diese Welt - es kommt aber drauf an mit welcher Einstellung wir damit umgehen. Leicht sollte man die Sünde nie nehmen, aber ein reines Verleugnen bringt uns auch nicht weiter. An der Gewissheit der Zugehörigkeit zum himmlischen Vaterland ist auch nichts auszusetzen - macht sie uns denn frei ohne Angst zu leben. War so Luthers "Sündige tapfer" zu verstehen?

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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon luwy » Montag 15. September 2014, 16:20

Ick wees et niet. Luther ist komplex. Vieles, von dem, was er schreibt, macht deutlich, daß sich ihm bei dem Gedanken, jemand würde seinen Sünden mit "Pfeif drauf, es gibt ja die Gnade" begegnen, nicht nur der Magen umgedreht hätte.

Und doch begegnet einem - wie Bonhoeffer das so schön deutlich macht, diese billige Gnade an jeder Hausecke. Ein besonderer Proponent, meiner Meinung nach, war Paul Tillich, der wie Bonhoeffer als einer der größten protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts gilt. Heute weiß man: Er war ein Sexsüchtiger, der seine Frau unzählige Male betrogen hat. Seine größten geistigen Errungenschaften hatte er nach Sex mit seinen Studentinnen. (http://theoblog.de/grenzganger-der-lieb ... ich/10450/). Auf seine sexuellen Eskapaden hin befragt, antwortete er, daß er kein Heuchler sei, weil er nie gegen Ehebruch gepredigt habe.

Und motiviert war er von der Gnadenlehre. Auch wenn Luther das so nicht gemeint hat, wie Tillich es verstanden hat - da bin ich mit Bonhoeffer einer Meinung -, so sind Sätze wie die folgenden doch gefährlich irreführend:

"Es genügt, dass wir durch den Reichtum der Herrlichkeit Gottes das Lamm erkannt haben, welches die Sünde der Welt trägt. Von ihm wird uns keine Sünde hinweg reißen können, wenn wir auch tausendmal, tausendmal an einem Tag hurten oder töteten."
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Christusträger » Samstag 20. September 2014, 01:07

Zur Nachfolge gehört es eben auch die Sünden zu vermeiden - so stell ich mir das auf jeden Fall vor.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon luwy » Montag 22. September 2014, 08:26

Für mich heißt die Nachfolge, mich zu heiligen, wie Gott heilig ist, damit ich, wenn Er erscheint, nicht nur Kind Gottes bin, sondern Ihm gleich/ähnlich (1Joh 3:1-3).

Es bedeutet, dass ich mich bemühe, dass der Heilige Geist mein Herz wandelt, mich von innen heraus verändert, bis ich das Antlitz Gottes in meinem Gesichtausdruck widerspiegle.

Gebote helfen mir auf diesem Weg zu verstehen, wie Gott ist und mir zu zeigen, ob die Richtung stimmt, die ich gehe.
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Christusträger » Freitag 17. Oktober 2014, 01:46

Lieber luwy,

möge Gott Dir dabei helfen und gnädig sein und Dir seine ganze Liebe ins Herz geben.

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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon Elisa » Samstag 4. April 2015, 00:16

Billige Gnade?

Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.


Ihr könnt niemals wie Jesus werden.

Da scheint wohl jemand Sündern ihre Erlösung
nicht zu gönnen.

Liebt eure nächsten wie euch selbst.

Gönnt ihr anderen nicht ihre "billige Gnade",
wie soll sie euch Gott dann gönnen?
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Re: Die billige Gnade wird heute gepredigt

Beitragvon luwy » Dienstag 7. April 2015, 16:27

Die "billige Gnade", Josi, das ist ein Begriff, den Dietrich Bonhoeffer geprägt hat (er hat heute seinen Todestag als christlicher Märtyrer im KZ).

Es geht um ein Gnadenverständnis, das keinerlei Forderung stellt, außer dass keine Forderung gestellt werden darf.

Es geht also darum, dass ein Mafioso jemanden umbringen kann, dann sagt er: "Ich glaube an Christus und erbitte Gnade und Vergebung meiner Sünden", und schon ist alles wieder gut, auch und gerade, wenn er 10 Minuten später den nächsten kalt macht. So jemand ist nach billiger Gnade errettet.

Andererseits, wenn jemand sagt, "Nicht so! Christ sein und an Christus glauben bedeutet, dass man sich bemüht, Christus nachzufolgen und dass man sich anstrengt, Gutes zu tun und nicht zu sündigen", dann sagen die Vertreter der billigen Gnade: "Oh! Werkgerechtigkeit! Du wirst verdammt!"
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