Wie soll ich es ihm erklären..?

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Moderator: Hellmut

Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon Johanna » Donnerstag 17. Mai 2012, 00:20

Liebe Brüder und Schwestern

Ich brauche Unterstützung zu folgender Situation: Mein Sohn (21) liest sich seit kurzem interessiert durch die Bibel, was mich anfangs sehr freute. Leider sagt er mir nun, dass ihn einige Stellen stark an der Glaubwürdigkeit zweifeln lassen. Als Beispiel nannte er folgendes:

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebst in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
(2. Mose 20, 12)


Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.
(Lukas 14,25-33)


Ich wusste nicht was ich ihm darauf entgegnen soll..

Eine grosse Diskussion gab es auch zu folgendem:

Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft hat, so soll er dir sechs Jahre lang dienen, und im siebten Jahr sollst du ihn als Freien entlassen.
(2.Mo 21,1-11)


Mein Sohn meinte er könne so etwas nicht ernst nehmen. Das Thema Sklaven würde in der Bibel als Selbstverständlichkeit angesehen und nicht verurteilt.. Menschen kann man nicht kaufen oder verkaufen.

Er hatte sich erhofft durch das Lesen der Bibel Antworten zu finden.
Was/wie kann ich ihm auf diese zwei erwähnten Beispiele antworten??

Vielen Dank
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon angelika » Donnerstag 17. Mai 2012, 15:45

Liebe Johanna,
sage doch mal Deinem Sohn, einen ganz lieben Gruss von mir, ich kann nicht verstehen, was da nicht richtig sein soll, wir sind schon immer versklavt woren, damals wie heute. Nimm doch nur mal allein all die verschleppten Menschen in Deutschland, die sich zwangsprostituieren muessen, die angeblichen Schulden die sie haben, an Ihre Herren, die sind nach 7 Jahren noch lange nicht bezahlt, sie werden zwar nicht mehr in Ketten gehalten, aber sie werden geschlagen und durch Knechtschaft diszipliniert. Das gleiche gilt fuer Kinderarbeit, Kaffeeplantagen usw. in armen Laendern. Oder osteuropaeische Erntehelfer, Bauhelfer usw. arbeiten fuer einen Hungerlohn. Aber in Deutschland sehe ich das auch nicht recht viel anders, wir sind Steuersklaven, Buerokratiesklaven, Kreditsklaven, Konzernsklaven usw. wir sind von allem abhaengig, sonst gibts bittere Strafen...wenn wir nicht so tun wie Staat, Banken und Elite es wollen. Man soll nicht die Sklaven in Ketten sehen, heute ist alles unter einem Deckmantel, es wird hald nicht mehr veröffentlicht am Sklavenmarkt.
Warum man Eltern usw. hassen soll, kann ich mir nur so erklären, ob es richtig ist weiss ich nicht, dass wir so viele Suenden haben, dass wir uns hassen sollten????
Ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen weiterhelfen.
Schoenen Gruss Angelika
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon Richto » Donnerstag 17. Mai 2012, 17:05

Nun das Wort für hassen in Lukas 14,26 bedeutet (nach Übersetzung aus dem Grundtext) kein bösartiges Gefühl, sondern eher verschmähen bzw. zurückstellen um des Herrn willen, so steht dies, soweit ich weiß, auch in der Fußzeile in der Schlachter 2000-Ausgabe. Zur Zeit des ATs und auch des NTs war es nichts Außergewöhnliches Sklaven zu haben, deswegen gab es auch dazu Gebote und Vorschriften Gottes, um dies zu regeln. Auch die Gebote zu den Sklaven und dem Umgang mit ihnen (u.a. 2. Mose 21) zeigen faire und gerechte Behandlung auf, auch das Gebot der Nächstenliebe (3. Mose 19,18) ist nicht zu verachten. Das mit dem Kaufen und Verkaufen von Menschen hat sich geändert im Vergleich zu damals, doch gibt es dies noch heute. Viele Menschen verkaufen sich selbst für Geld (z.B. Prostituierte, dies ist oft auch erzwungen, aber auch freiwillig), für das Vergnügen, für Ruhm und Anerkennung usw. Alle Menschen sind Sklaven geworden, Sklaven und Knechte der Sünde (Joh. 8,34), sie haben sich selbst verkauft, doch einer hat sein Leben als Lösegeld gegeben, er hat das Lösegeld bezahlt, der Herr Jesus Christus, nur er konnte das Lösegeld für die Sklaven, Knechte und Gefangenen der Sünde bezahlen
(Psalm 49,8; Markus 10, 45; 1. Tim 2,6).

Gelobt sei der Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes mein Meister!
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon bebo » Donnerstag 17. Mai 2012, 17:07

Hallo Johanna

Ist dein Sohn gläubig? Wenn er nicht gläubig ist, kann er die Bibel nicht verstehen, denn Gott gibt es nur den seinen. Ich versuche mal Antworten zu geben. Zu der ersten Frage:
Wir sollen die Eltern natürlich nicht hassen. In meiner Bibel (Schlachter) hat es eine Fusszeile da steht "Hassen bedeutet hier kein bösartiges Gefühl, sondern verschmähen bzw. zurückstellen um des HERRN willen." Wie es im Vers ja auch heisst wir sollen auch uns selbst hassen. Wenn du diesen Abschnitt liest geht es nicht darum jemanden zu verurteilen sondern es geht um die Nachfolge. Es geht darum dass Jesus das Wichtigste ist und wenn uns etwas an der Nachfolge hindert dann sollen wir es "hassen" auch wenn es unsere eigene Eltern sind. Aber im Normalfall sollen wir unsere Eltern lieben und ehren.

Zum zweiten Punkt: Naja wenn man die Bibel liest und sie verstehen will und nicht darin forscht um mögliche Fehler darin zu finden, dann merkt man schnell dass Sklaverei nicht als selbstverständlich angeschaut wird. Im Gegenteil unser liebender Gott setzt sich gerade für die Schwachen (Sklaven, Witwen, Waisen, Kranke,....) ein. Um auf deine Frage zurückzukommen. Israel ist das irdische Volk von Gott, wenn sie die Gesetze halten und darin wandeln geht es ihnen gut, wenn sie handeln wie die Heiden, kommt Fluch über sie. Das heisst wenn einer sich verkaufen musste, war es sein eigenes Verschulden. Denn wenn er die Gesetze gehalten hätte, dann wäre er nicht in eine solche Lage gekommen. Und doch kam die Gnade Gottes zum Zug, denn nach sechs Jahren soll man ihn entlassen. Auch wenn der Sklave einem "gehört" (man hat ihn ja gekauft).

Das man die Bibel hinterfragt finde ich gut, aber man muss die Bibel im gesamten Zusammenhang lesen und verstehen. Das geht nur wenn man durch den Geist liest. Man kann sich viele Stellen herauspicken und Gott als böse oder unbarmherzig heranstellen aber im gesamten Zusammenhang sieht man, dass nirgends eine solch grosse Liebe und Barmherzigkeit ist wie bei Gott. Lob und Preis sei Ihm dafür.

Liebe Grüsse
Benjamin
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon petrap69 » Freitag 18. Mai 2012, 10:26

Hallo Bebo,
ich zitiere dich:

Ist dein Sohn gläubig? Wenn er nicht gläubig ist, kann er die Bibel nicht verstehen, denn Gott gibt es nur den seinen


Meinst du´nicht, dass das ein wenig pauschal und falsch formuliert ist?

Es gibt wohl viele Menschen, die noch ungläubig zur Bibel gegriffen haben, und darin die Wahrheit für sich gefunden haben.

Genauso wie ich selbst, seit fast 27 Jahren nun gläubig bin, und immer wieder Phasen habe, wo ich Dinge nicht (mehr) verstehe oder infrage stelle. Und ich weiss, dass das auch vielen anderen Christen immer wieder mal so geht...

Der Herr gibts den Seinen, sagst du...aber wir wissen doch gar nicht, wen der Herr als die noch zukünftig Seinen auswählt.

Ausserdem denke ich, dass es besser ist, vermeintliche Widersprüche zu hinterfragen, als alles abzunicken.

Auch ich finde immer wieder Widersprüche in der Bibel, die ich nicht verstehen kann, manches versteht man irgendwann, manches wird man vielleicht nie verstehen, bis wir beim Herrn sind.

Ich glaube nicht, dass es auch nur einen Menschen gibt, der jeglichen Widerspruch in der Bibel ausräumen könnte, genauso wenig glaube ich, dass es richtig ist, pauschal zu sagen, die Bibel hat keine Widersprüche.

Wir erkennen nur stückweise, das gilt auch hier!

Und ich finde es ehrlicher und glaubwürdiger, das jemanden so zu sagen, als zu sagen, die Bibel habe keine Widersprüche,
und Ungläubige können das nur nicht erkennen. Damit erhebt man sich in einer arroganten Art und Weise.

Ich finde es keine Schande, einem Ungläubigen zu sagen, dies oder jenes verstehe ich auch nicht oder noch nicht, aber was ich verstehe ist, dass Gott uns liebt, und Jesus für unsere Sünden gestorben ist, um uns ewiges Leben zu schenken...
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon Knuddel » Freitag 18. Mai 2012, 14:17

Hallo Johanna, erst mal herzlich Willkommen im Forum.

Die Erklärungen von Bebo und Richto find ich sehr gut, das es sich um ein verschmähen oder zurückstellen der eigenen engsten Verwandten handelt, wenn es um die Nachfolge Jesu geht.
Denn es geht um das Seelenheil eines jeden Menschen selber, welches man nicht um der Gunst der Angehörigen (die in diesem Falle ungläubig sind) auf Spiel setzen sollte.
Es geht in diesem Falle um die direkte Nachfolge (Dienst für) Jesu.
Bleibt man bei der Familie und übernimmt die erblichen Pflichten (Haus/Hof/Wirtschaft zur Versorgung der Verwandten[jedenfalls damals]) oder folgt man Jesus nach und Verkündigt das Evangelium (=Missionarischer Dienst).
In unserer heutigen Zeit vieleicht, wie ernst nimmt man den Glauben, macht man das alles nur so halbherzig, das die lieben Verwandten dann doch sagen können : "Ach,..Du mit deinem Glauben, der hilft dir auch nicht ...!" die Verse 28-30 sagen ähnliches aus.

Dein angeführter Text , (2.Mo 21,1-11) >Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft hat, so soll er dir sechs Jahre lang dienen, und im siebten Jahr sollst du ihn als Freien entlassen.<
....Ist ein sehr schönes Beispiel für Gottes Liebe die sich in unserer Gesellschaft auswirken sollte.
Da steht nichts von den oben angespochenen Sklavenhaltungen.

Es mußte oder hat sich jemand in die Schuld eines anderen begeben, zB weil er Geld benötigte (heute Kredit) um dies abzubezahlen diente er jemanden (da steht nichts von Sklave, der einem gehört und dann womöglich wie Vieh weiterverkauft werden kann) bis die Schuld beglichen war und dann war er wieder frei.
Dieser Kontrakt(Vertrag) durfte nur über 7 Jahre geschlossen werden, damit die Zeit nicht zu lange wäre.
Nun gab es bei den Israeliten noch eine erstaunliche Kalenderzählung in der es alle 7 Jahre ein ERLASSJAHR und alle 49 Jahre ein Halljahr gab. In diesem Erlassjahr war nach den Geboten Gottes auch jeder Knecht(Sklave) freizulassen.
Das heißt mit anderen Worten (für uns fast unverständlich) hast du im ersten Jahr Schulden gemacht, mußtest du 6 Jahre dafür schuften, hast du im fünften Jahr die selbe Menge Schulden gemacht brauchtest du dafür nur ein Jahr brummen weil ein ERLASSJAHR angeordnet war.

Alles was mit Menschenverachtender Sklaverei zu tun hat, entspricht niemals Gottes Willen und wird von ihm nicht gutgeheißen.
Oder versklavt Gott die Menschen ?, nein der Mensch versklavt Menschen, der Mensch tötet Menschen, der Mensch läßt Menschen verhungern, der Mensch bestiehlt andere Menschen und so weiter .
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Re: Wie soll ich es ihm erklären..?

Beitragvon petrap69 » Freitag 18. Mai 2012, 14:49

Hallo,

die Bibelstellen, die mit "Knecht" übersetzt sind, sind eigentlich mit Sklaven zu übersetzen. Das griech. Wort ist doulos, und heisst Sklave.....dies mal nebenbei
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