häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Themen rund um den hohen Wert der Ehe, Singel-Dasein und Sexualität.

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häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Beitragvon ovecha negra » Donnerstag 2. Dezember 2010, 16:49

„Ich lerne Zuhause!
Unser Papa ist ein Lehrer. Mir geht es in der Schule gut. Ich möchte nicht in der Schule lernen, weil man dort nur Blödsinn lernt. Papa unterrichtet nicht nur mich, auch meine Geschwister. Meine Geschwister und ich lernen auch schon brav. Ich lerne viel bessere Dinge bei uns, weil mein Papa ein guter Lehrer ist. Wenn Papa nicht daheim ist, dann lernt Mama mit uns. Meine Geschwister und ich sind in der Schule schon gut.“ lG eure Simone

Ich unterrichte schon seit ca. 19 Jahren, und in letzter Zeit mehren sich immer mehr Fragen bezüglich dem häuslichem Unterricht. Vor allem viele nicht christliche besorgte Eltern suchen nach Alternativen. Wir als Familie praktizieren das seit fast 4 Jahren, und wir haben durchwegs positive Erfahrungen damit gemacht. Der Zeitaufwand dafür beträgt ca. eine dreiviertel Stunde pro Tag, die Kosten für Unterrichtsmaterial belaufen sich auf ca. 10-15€ pro Schüler und Schuljahr.
Was manche Menschen (auch manche so genannte Christen) für fanatisch und weltfremd halten ist laut Gesetzgeber in Österreich völlig legitim, denn dieses Recht, seine Kinder in dieser Form zu unterrichten ist im Schulpflichtgesetz § 11 Abs. 2 verankert. Man muss dies lediglich beim zuständigen Bezirksschulrat schriftlich bekanntgeben.

Am Ende des Schuljahres machen die Kinder dann eine Prüfung über den Stoff des ganzen Jahres, und erhalten auch ein ganz reguläres Schulzeugnis.

Ganz wichtig ist, dass man zu den zuständigen Behörden, Schulen und Lehrkräften einen freundlichen, zuvorkommenden und respektvollen Kontakt pflegt. Das sollte natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, denn so wie man in den Wald hineinruft, kommt es auch zurück!

Schulbücher verwenden die gleichen wie an der regulären Schule. Hin und wieder muss man da etwas nachkorrigieren, aber im Großen und Ganzen hat man damit einen sehr guten Leitfaden für den Unterricht. Wer glaubt, das nicht meistern zu können, dem sei gesagt: Wer von 0-6 Jahren ein Kind großgezogen hat, der schafft auch den häuslichen Unterricht mit links. Außerdem wächst man da als Eltern automatisch hinein. Auffallend ist, dass Kinder, die im Rahmen dieses Unterrichts ihre Schulbildung absolvieren, äußerst autodidakt lernen. Das heißt: Nach kurzer Zeit sind sie in der Lage, sich den Stoff zum Großteil selber beizubringen.

Ferien bestimmen wir als Eltern. Die Schule muss sich der Familie anpassen und nicht umgekehrt. Auch kann man auf die Lernphasen des Kindes besser eingehen. Es gibt eben Tage, wo es zum Beispiel in Mathematik nicht so geht. Dann lassen wir an diesem Tag Mathe einfach ausfallen. Am nächsten Tag bringt man oft mit einem Bruchteil der Zeit denselben Stoff mit Leichtigkeit durch.

Wo es Vorteile gibt, gibt es natürlich auch Nachteile. Wir sind keine fanatischen Verfechter von häuslichem Unterricht. Es kann und sollte nicht als Dogma erhoben werden, das für alle Familien Gültigkeit hat. Es muss eben für die ganze Familie passen. Ganz wichtig ist, dass sich hier beide Elternteile einig sind und, dass sich auch das Kind in diesem Schulmodell wirklich wohl fühlt bzw. es sich optimal entwickeln kann.

Häuslicher Unterricht muss eben für alle Beteiligten passen!

Christen sollten auch einmal über diese Option nachdenken/nachbeten!
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Re: häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Beitragvon franziska » Freitag 9. Dezember 2011, 15:53

Vielen Dank für deinen sehr interessanten Beitrag! Ich bin auch der Meinung, dass es in den heutigen Zeiten nicht schadet, wenn man sich auf die vorhandenen Möglichkeiten einlässt. Letztendlich findet man auch im Internet so viele verschiedene Ressourcen, die man im Unterricht benutzen kann z. B Online Übungen machen oder aus einem Shop System interessante Bücher bestellen. Wenn man dazu bedenkt, wie viele Gewalt es auch in den Schulen gibt, von welchen Fällen die Zeitungen berichten etc. Da würde ich mich auch gerne in Zukunft umschauen und nach neuen Alternativen suchen! :2thumbs:
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Re: häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Beitragvon Nicki29 » Dienstag 13. Dezember 2011, 13:08

aber es ist doch leider nicht so einfach das die kinder zuhause unterrichtet werden wie läuft das ab was müssen den die bedingungen sein dafür lg bin eine mutter desen kind nächstes jahr eingeschult wird
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Re: häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Beitragvon Christusträger » Dienstag 13. Dezember 2011, 16:51

Geht sowas auch in Deutschland?
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Re: häuslicher Unterricht: unsere Erfahrungen

Beitragvon petrap69 » Dienstag 3. Januar 2012, 14:39

Hallo Christof,

nein geht in Deutschland nicht, weil Schulpflicht besteht, das heisst es ist gesetzlich verankert, dass eine Schule besucht werden muss.
Ein Grund warum manche Glaubensgruppen auch in die USA beispielsweise ausgewandert sind etc.

Liebe Grüsse
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